Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1910-1911

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zontaler Lippe; Henkelung kommt vor. Diese beiden
Typen verdienen noch ganz besondere Beachtung, weniger
wegen ihrer Form als wegen ihrer Technik. Wie die Form
des Typus 41 im einzelnen gestaltet war, weiss ich zur Zeit
nicht zu sagen, da ich neben den in IV und V aufgelesenen
Raudstücken kein Bodenfragment beobachtet habe; die Ge-
samtform mag Typus 28 ähnlich gewesen sein. Der Rand
ist aber stets als starke Lippe in leichter Rundung nach
aussen gebogen und springt bei den jungen in III und V
gefundenen Stücken zu gleicher Zeit auch nach innen ein
wenig vor. Ob wir zwei Fragmente—das eine mit stark vor-
tretendem bogenförmigen Plattengriff—, die keinerlei Über-
zug tragen und bei denen der ins Gefässinnere greifende
Teil der Lip]3e zu einem 1 - 2 cm breiten Rand ausgestaltet
ist, zum gleichen Typus rechnen dürfen, kann fraglich sein.—
Bei Typus 42 mit seinem nach oben schwach erweiterten,
cylindrischen Behälter knickt die breite Lippe in horizon-
taler Fläche nach aussen. Sie ist bei dem abgebildeten
Exemplar (III) mit einer Furche verziert; bei einem unbe-
malteu Stück (III) trägt sie zwei kräftige Furchen und bei
einem weiteren thongrundigen Exemplar sogar sieben, die
die ganze Breite der Lippe füllen. Ausserdem ist bei die-
sem Fragment der obere Teil der Wand mit einem einge-
ritzten Decorationsstreifen verziert, der mit einem kleinen
fünfzinkigen Holzkamm hergestellt ist: zwischen zwei aus
fünf Rillen bestehenden Streifen läuft ein ebenfalls aus fünf
Rillen bestehendes Wellenband. Derselbe Schmuck, doch
mit einfacher Umfassungs- und Wellenlinie, ist auf einem
ungefärbten Rand derselben Form angebracht (V). Von bei-
den Typen fand sich ein thongrundiges Randstück, bei dem
ein kräftiger einstabiger Horizoutalhenkel unter der Lippe
ansitzt — bei dem reichverzierten Exemplar klebt er auf dem
Ornamentstreifen—, dessen bogenförmige Rundung zum un-
teren Lippenrand wieder zurückgebogen ist und an ihm
anliegt. Derartige Henkelbildungen sind in Tschandarli
(s. S.394) und überhaupt im östlichen Mittelmeergebiet auch
in nachhellenistischer Zeit nicht selten. Auch in einer athe-
nischen Töpferei z. B. wurden Typus 41 recht ähnliche ge-
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