Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 41.1916

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MATERIALIEN ZUR GESCHICHTE DER ÄGÄIS CH EN WANDERUNG 391
späteren griechischen Einflusses bewahrt hat. Es ist dies die
monochrome Ware mit grau bis schwärzlichem oder braun
bis rotem Ton und Überzug* 1. Sie findet sich in ganz Klein-
asien, auf Kypros und in manchen Teilen der Balkanhalbinsel.
Die Formensprache der Gefäße und die Elemente der Deko-
ration (meist lineare Ritzmuster, vielfach weiß inkrustiert) sind
überall verwandt, doch zeigt sich in Troja und Kypros die
Tendenz zu Sonderentwicklung, in der von Troja aus auch die
nordwestkleinasiatischen Nachbargebiete in manchem beeinflußt
erscheinen. Andererseits haben Troja und Kypros manches
gemeinsam2, was aber in den zwischenliegenden Gebieten viel-
leicht nur scheinbar fehlt, da wir aus ihnen nur ärmliche Bauern-
ware besitzen3, während aus den genannten Endpunkten die
besseren Fabrikate größerer Siedlungen vorliegen. Immerhin
ist die Möglichkeit, daß auch der Schiffahrtsweg der kleinasia-
tischen Küste entlang das Seine beigetragen, nicht ganz auszu-
schließen (vgl. E. Meyer, Gesch. d. Altert.3 12 § 499).
heiten nur vorläufigen Charakter tragen. — Eine neue Materialpubli-
kation kleinasiatischer Keramik hat jüngst der Louvre herausgegeben:
Departem. d. Antiquites Orient., Serie Archeologique I u. II. H. de Ge-
nouillac, Ceramique Cappadocienne, 1926.
1 Ob die verschiedene Färbung nur durch den Grad der ßrennung
hervorgerufen oder eine Folge der verschiedenartigen chemischen Beschaf-
fenheit des Überzuges sei, ist eine alte Streitfrage; vgl. Myres, Journ. of the
Anthropol. Inst. XXXIII 1903, 368 ff.; Gordion 61 ff. 196; Lehmann-Haupt,
Materialien zur älteren Geschichte Armeniens und Mesopotamiens (Abh.
Gött. Ges. d. W. 1X3, 1907), 118 ff.; D. Randall-Mac Iver, Man, Juni 1921.
Vom technischen Standpunkte aus sind beide Möglichkeiten gegeben
und es werden in Kleinasien wohl auch beide, freilich vielleicht nach
Zeit und Ort getrennt, ihre Anwendung gefunden haben.
Für die Fundorte vgl. die Zusammenstellung von Myres, a. a. O.
371 ff. 374 ff.; nachzutragen ist vor allem das von L. Curtius bearbeitete
Material, das H. Grothe in Ostkleinasien gesammelt: H. Grothe, Meine
Vorderasienexped. I, CCLXXX1II ff., dann die Fundorte des lykischen
Hinterlandes (s. S. 391 A. 3); Boghazköi: AA. 1907, 226f-; To-
prakkaleh: Lehmann - Haupt, a. a. O. 109 ff.; wahrscheinlich gehört
auch der Teil bei Phokaia (Comptes rendus 1921, 121) hierher.
2 Ohnefalsch Richter, Kypros, Bibel und Homer Taf. 146—8;
v. Lichtenberg, Mitt. d. Vorderas. Ges. XI 1906, Heft 2, 23 ff.; zu Kypros
vgl. jetzt auch Gjerstad, Studies on Prehistoric Cyprus 88 ff. 262 ff.
3 BSA. XVI 1909/10, 89ff.; XVIII 1911/12, 80ff.; XIX 1912/12, 48ff.;
Annuario III, 36 ff.
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