Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 42.1917

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174 F. Hilter von Gaertringen
unweit des heutigen an der Westküste, wohi an die vorigen
angrenzend.
4. VlpcM/ot (2) wurden von mir früher versuchsweise auf der Südspitze,
für die die englische Seekarte und andere ihr folgend den Namen Pra-
sonisi bieten, angesetzt. Kinch (Vroulia 4), der selbst den nahen Hafenort
ausgegraben hat, gibt dagegen an, daß diese felsige, nur durch einen
Sandisthmos von der übrigen Insel getrennte Halbinsel heute nur
genannt wird, während der Name Prasuda oder Prasutha zwei ziemlich
entfernten Eilanden westlich von Rhodos eigen ist. Mag hier, wie Kinch
meint, eine Verwechslung des ersten Beobachters, also des englischen
Kartographen, oder die falsche Angabe eines Eingeborenen vorliegen, die
Hauptsache ist, daß sich der Ort für einen antiken Demos schlecht eignet,
wenn man sein Hauptdorf nicht nach dem heutigen zu an-
setzen will. Vorher hatte Selivanow (Ath. Mitt. XVI 241) den Demos
in die Nähe des heutigen gelegt, wo eine BpacM bestattet
war. Ferner fand ich 1892 den Stein eines ßp&uog (XH 1, 749) zwischen
Siana und Kerami, nördlich von Istrios. Dazu ist nachher eine Vase
gekommen, aus Siana, jetzt im Metropolitan Museum in New York
(T. L. Shear, Amer. Journ. Philol. XXIX 1908, 461), mit der aufgemalten
Inschrift, spätestens aus dem Anfänge des V. Jahrhunderts:
ydg Aa Bpcm/tx
doxc7.
auf der andern Seite die Götternamen
x/cüg
über deren sprachliche und sachliche Bedeutung der Herausgeber ge-
nügend gehandelt hat. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Maler selbst
in seinem Lokalstolze die Erde seiner Heimat als die beste, vermutlich
die beste Töpfererde, bezeichnen wollte. Nun ist gerade bei Siana eine
erhebliche Anzahl älterer Vasen gefunden worden, wozu es hier genügt auf
Furtwängler, Arch. Jahrb.l 1886, 138 ff. hinzuweisen, wenn auch ein Teil
der Gefäße nach Kymisala gehört, einer Gegend, die uns bei Kamiros von
neuem beschäftigen wird. Wir werden somit berechtigt sein, die Gegend
um Siana südlich von dem Bergrücken Akramytis als das Gebiet des
Brasischen Demos zu bezeichnen. Daß beiläufig auch der moderne Orts-
name Siana antik, ja ungriechisch ist, beweist die Katasterinschrift aus
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