Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 43.1918

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Geometrische Stite in Griecheniand

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überkommenen Formen: vierhenkligen, halslosen Pithoi (a. a. 0. Fig. 25),
Krateriskoi auf Kegelfuß (a. a. 0. XII Fig. 21, 2222—2225), hohen und
flachen einhenkligen und zweihenkligen Näpfen (a. a. 0. 3253 u. 2255,
Fig.22 und 26; 3235,3227,3231,3244,3248—49, Fig. 21 und 22), Kännchen
des Salamistypus (a. a. 0. Fig. 21, 3192). Auch auf Rhodos und in Assar-
lik stehen Amphora mit Halshenkel und andererseits protogeometrischer
Amphoriskos oder protogeometrische Kanne (Arch. Jahrb. 1 1886, 136 f.
Vas. Inv. 2980 und 2992; JHS. VI
oder wie wir jetzt und in der Folgezeit
sagen müssen, festländischer
und östlicher Typus einander
gegenüber. Im äußersten Osten
vollends, in Kition, hält der geo-
metrische Stil seinen Einzug auf den
noch ganz spätmykenischen Formen
des hohen zweihenkligen Bechers
und der bauchigen Amphora mit
bis zum Mündungsrand geführten
Henkehr (Abb. 7 nach Liverpool
Annals Hl 1910 Tat. XXIX 21;
vgl. ebendort S. 115 sowie 1 40 ff.).
Hat schon das XI. Jh. vor Chr.
eine verschiedene Entwicklung der
Gefäßformen im Osten und Westen erkennen lassen, das X. Jh. anfangs
ausgleichend gewirkt, so wird jetzt auch eine scharfe Trennung in der
Ornamentik deutlich. Die Kannen und Näpfe der Akropolisgräber ver-
raten darin noch protogeometrische Tradition, daß der größte Teil des
Gefäßes mit Firnis bedeckt ist und nur in die ausgesparten Felder nun-
mehr geometrische Muster, Zickzack und Mäander gemalt werden. Da-
gegen behalten die neuen Gefäßformen, Pyxiden usw. den Tongrund bei,
auf dem dann mit glänzendem Firnis die Ornamente stehen. Aus der
Berliner Fundgruppe, die, wie schon gesagt, etwas jünger ist und sich
dem ältesten in Eleusis vertretenen Stil nähert, sehen wir, daß beide
Gattungen sich sofort beeinflussen. Die Pyxis Taf. 1 4 spart hier
die Ornamentreihen aus dem dunklen Firnis aus, während der mit Brust-
warzen versehene Napf 2 tongrundig gelassen ist. Von weittragenderer

1 1887, 71 Fig. 8 und 69 Fig. 5),


Abb. 7. Vase aus Kition.

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