Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 45.1920

Page: 163
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1920/0175
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
LYDISCHE SALBGEFÄSSE.

(Hierzu Tafel V).

Die von Butler (Arn. Journ. of Arch. 1914, 433 ff.) 1) veröffentlichten
Proben lydischer Keramik aus den Grabungen in der Nekropole von Sardes
geben zum ersten Male ein Bild von den Leistungen und Fähigkeiten der
lydischen Töpfer. Sie erlauben auch die früher in Sardes gefundenen
Gefäße 2), die für griechischen Import 3) gehalten wurden, als einheimische
Erzeugnisse anzusehen. Da der Bericht von den großen Vasen (Amphoren
und Kannen mit Kleeblattmündung) keine Abbildung gibt, muß sich eine
Umschau nach lydischer Töpferei aus Fundplätzen außerhalb Lydiens
vorläufig auf die kleineren Gefäße beschränken. Sie soll für das Kugel-
gefäß (Butler a. a. 0. Abb. 6 und die Anm. 2 genannten Veröffent-
lichungen) versucht werden 4).

Es kommt in der Fortn mit Kegelstumpffuß und ungleichmäßig strei-
figem oder ‘marmorierendem’ Firnißüberzug zahlreich in der Nekropole von

A Weitere Beispiele jetzt bei G. M. Richter, Metropolitan Mus. NewYork,
Handbook of Class. Collection 3 51 ff. Abb. 28—30.

2) Grabungen von Spiegelthal 1853, Abh. Berl. Akad.l 858, 539 ff. (v.Olfers),
Perrot-Chipiez V 293 Abb. 194—199. Die Originale schon 1872 verschollen
(Ann. d. I. 1872, 154). Grabungen von Dennis 1869. Class. Review I 1887,
82, Perrot-Chipiez V 905 Abb. 537.

3) ‘Samisch ?’ Böhlau, Aus ion. u. ital. Nekrop. 145; G. u. A. Körte, Gordion
189; Prinz, Funde aus Naukratis 82.

4) Der Verfasser erfreute sich bei dieser Untersuchung der Förderung durch
die Herren Professor Bulle, der Mitteilungen über das Würzburger Exemplar
sandte, und dessen Abbildung genehmigte, Professor Raro, der ihn nicht nur
auf das Gefäß aus Caere aufmerksam machte, sondern ihm auch seine Notizen
aus dem Museum der Villa Giulia in Rom und dem archäologischen Museum in
Florenz aufs liebenswiirdigste zur Verfügung stellte, und das Hallenser Gefäß
zur Veröffentlichung überließ, Professor Rurt Ferdinand Müller, der ihm das
Göttinger Stück nachwies und eine Photographie davon sandte, Professor
loading ...