Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 48.1923

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GEBÄUDEMODELLE SPÄTGEOMETRISCHER ZEIT.

(Hierzu Tafel VI. VII.)

Unter den reichen Funden der Amerikaner aus dem Heraion
bei Argos bewahrt das Athener Nationalmuseum einige bemalte
Tonplatten, die mir schon früher aufgefallen waren. Bei meinem
letzten Aufenthalt in Griechenland konnte ich sie dank der nie
versagenden Liberalität der Herren V. Stai's und G. Oikonomos
in Muße untersuchen. Da ich die Platten in Waldsteins Argive
Heraeum nicht behandelt finde, lege ich das Ergebnis hier vor.

Es war leicht zu erkennen, daß die Platten, die meist 1,5
bis 2 cm dick sind und aus gut gebranntem Ton von nicht
sehr heller grünlichgelber Farbe bestehen, von Gebäudemodellen
stammen, die einst aus ihnen zusammengesetzt waren. Leider
sind von keinem alle Teile erhalten, aber es ist doch genug
vorhanden, um den Gebäudetypus in allem Wesentlichen sicher-
zustellen.

A. Das erste Bruchstück ließ sich aus drei Platten zu-
sammensetzen (Taf. VI 3). Die 25,5 cm breite Unterplatte, die
unten keinerlei Ansatzspuren zeigt, ist zwar hinten gebrochen,
aber es passen auf ihr die beiden Seitenwände (L. 26,5—27,
H. 18,4) im Bruch an, und zwar 9,5 cm von der Vorderkante
entfernt, so daß sich als Gesamtlänge etwa 37 cm ergeben, wenn
man die Unterplatte hinten wie an den Seiten einen halben
Zentimeter über die Wände hervorragen läßt. Die erhaltenen
Teile geben nun auch über die fehlenden erwiinschten Aufschluß.
Die Unterplatte trägt 2 cm hinter ihrer Vorderkante eine Ton-
leiste (h. 1, br. 2, lg. 17,5) als Schwelle. Beiderseits von ihr
waren etwas dickere Gegenstände von offenbar rundem Grund-
riß aufgeklebt und mit der Bodenplatte verstrichen, es waren
die beiden Stützen einer Vorhalle, die demnach als Säulen zu
denken sind und gerade vor den Seitenwänden angeordnet
waren. Mit ihnen sind sie durch die Spuren zweier schmälerer
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