Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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GABRIEL WELTER

2. Binder. Länge 1,61, Dicke 1,365 m. Ansichtsfläche
mit Randbeschlag und Versatzbossen auf beiden Seiten. Gleiche
Behandlung der Anathyrosis an der Stoß- und an der Unterseite.

3. Antenstirn. Breite .1,3651, Dicke 0,85 m. Drei An-
sichtsflächen von gleicher Behandlung wie bei 1. und 2. Zwei
Schwalbenschwanzklammern mit sfißoXov.

Die Dicke der aufgehenden Mauer ist durch die Binder
gegeben. Sie beträgt 1,36 m. Zusammengesetzt ist die Mauer
aus Läufer- und aus Binderschichten. Die Läufer bilden zwei
Schalen, die zwischen sich einen Zwischenraum von 0,215 m
belassen.

Säulen. Von den Säulenbasen fanden sich ein fast ganzer
Torus und zwei Bruchstücke. Höhe 0,26, Durchmesser 1,55 m
(oben 1,42 m). Zehn scharfkantige Querkanneluren. Die Vor-
wölbung beträgt 13 cm. Zwei unfertige Tori, noch im Werk-
zollmantel, liegen in der Basilika vor dem Heiligen Tisch. Von
den Säulensehäften sind zahlreiche Trommelfragmente und eine
ganze Trommel erhalten. Durchmesser 1,29 m. Die Auflager-
fläche ist sorgfältig geglättet, am Rand poliert. Keine Dübel-
löcher.

Kleinere Fragmente eines Rieseneierstabes von ungefähr
28 cm Höhe mögen zum Krönungsprofil der Mauer gehören.
Die Hauptblätter sind nach unten leicht verjüngt, von einer
breiten Randleiste umzogen. Das Zwischenblatt mit kantiger
Mittellinie reicht ziemlich bis zu halber Höhe hinauf. Trotz
des schlechten Erhaltungszustandes der Bruchstiicke ist die
weitestgehende Ähnlichkeit mit dem Eierstab des ionischen
Tempels von Paros (s. u. S. 24) zu vermerken. Ein größeres
und besser erhaltenes Stiick von gleichen Abmessungen ist
iinks vom Eingang zur Kirche des H. Elias eingemauert und
diirfte zum Tempel gehört haben.

Der Schwellenblock der Opisthodomtiire liegt nicht auf
dem Fundament auf, sondern auf einer niedrigen Schicht, der
ein mächtiger fazettierter Rundstab mit kleinem glattem Rund-
stab dariiber angearbeitet ist (Taf. XVIII 1) Offenbar ein Torus
mit noch nicht ausgehöhlten Kanneluren und Astragal dariiber.
Links vom Schwellenblock biegt der Torus im rechten Winkel nach
oben um und ist einer Wandquader angearbeitet. Die Ansichts-
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