Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 49.1924

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WALTHER WREDE

osten, wo zwischen Fels und Orthostaten noch vier Schichten
liegen und die Mauer eine Höhe von rund 8 m erreicht. Die
Torleibungen sind nur in ihren unteren Schichten erhalten;
darüber klafft eine große Bresche (Taf. VII u. X). Zwischen
ihr und dem Rundturm steht auf der nur ein kurzes Stück am
Turme erhaltenen Wehrgangschicht ein weiterer Brüstungsstein £,
und in der südöstlichen Mauerhälfte liegen noch vier Steine
der obersten Reihe an ihrem Platze. Der Wehrgang lief hier
auf der XII. Schicht über den Orthostatenwährend der der
Nordmauer um eine Schicht höher liegt. Den Übergang ver-
mittelte eine Treppenstufe hinter dem Rundturm (s. u. S. 192).
Die Böschung unterhalb dieses Mauerstückes ist nicht allzu
steil und zeigt verkarstete Felsoberfläche. Die aus der Bresche
gestürzten Blöcke bilden unterhalb des Tores einen mächtigen
Trümmerhaufen.

Im Außenwinkel, den IN-Mauer und Turm III miteinander
bilden, klettert eine Felsnase noch einmal bis zur Orthostaten-
schicht an der Mauer hinauf, fällt aber dann nach Osten zu stark
ab, so daß die Befestigung vom Turm III ab auf ein bedeutend
tieferes Niveau zu stehen kommt (Taf. V 1 u. 2). Da der Turm
die Orthostatenschicht nicht aufnimmt, die in solcher Höhe sinnlos
wäre, durchbricht er die Konkordanz der Horizontalfugen in seiner
den Orthostaten entsprechenden Schicht; doch wird diese Ver-
schiebung nach vier Schichten oberhalb wieder ausgeglichen.

Das von diesem Turme III nun in südlicher Richtung weiter-
führende Mauerstück QS (Länge außen 10,20 m) ist ebenfalls
bis zur vollen Wehrganghöhe erhalten. Das zeigte sich beim
Wegräumen des auf ihm liegenden Schuttes, wobei an seinem
Innenrande (Grabungslöcher d u. di) die überkragenden Gesims-
platten (s. u. S. 172f.) zutage kamen, sowie bei der Freilegung
der südlichen Turmseite, die mit Bossenquadern auf der Mauer
aufsitzt (Taf. IV 5 und V 2). Dieses Wehrgangniveau liegt ent-
sprechend der Senkung des Felsens um neun bzw. zehn Schichten
tiefer als im Norden und Nordosten (Oberfläche III. Schicht
überOrthostaten der Frontmauer). Obwohl außen unter derMauer

1 Für die Numerierung der Schichten in den Zeichnungen und im
folgenden Textist die Oberkante der Orthostaten als Nullpunkt angesetzt
(römische Ziffern).
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