Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 50.1925

Seite: 127
DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1925/0135
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
EINE HELLENISTISCHE BRONZEFIGUR DES GOTTES BES 127

Fig. 212 wiedergegeben ist (danach hier Abb. 1). Die in den
älteren Figuren, aber nicht in der Neapler Bronze stark vor-
tretenden und scharf umgrenzten Backenknochen erscheinen
hier als mandelförmige Felder, der Schwanz ist zu einem
Zickzack geworden, auf der
Brust sieht man ein ‘Mför-
miges’ Motiv, wie de Ridder
mit Recht sagt, das, auch in
der darauf angebrachten Ver-
zierung mit sich kreuzenden
Linien, zunächst an eine
Schlange erinnert, dessen Ur-
sprung aber offenbar in der
merkwürdigen Zeichnung der
fast weiblichen Brust zu suchen
ist, die der elfenbeinerne
Spiegelgriff und eine ihm ver-
wandte, aber wohl erst jün-
gerer Zeit angehörige Holz-
figur in Berlin (bei Fechheimer,

Kleinplastik Taf. 130 dem
Neuen Reich zugeschrieben)
an dieser Stelle aufweisen. In
der Neapler Bronze ist dafür
das Löwenfell eingetreten.

Ganz ähnlich hängt bei
dem Bes aus dem Muttempel
in Karnak das Pantherfell auf
der Brust; auch im ganzen
Habitus ist dieser durch die

umgebenden Inschriften der Abb. 1. Bronzerelief, Satnmlung de Clercq.
Zeit Ptolemaios’ IX. (nach

170 v. Chr.) zugeschriebene Bes der Neapler Bronze verwandt.
Und doch, welcher Unterschied in der künstlerischen Kraft
zwischen dem ungeschlachten Zwerg, den wir hier Abb. 2 nach
Jequier, Temples Ptolemai'ques Taf. 5 Fig. 4 abbilden (zur
Datierung muß man aber Benson-Newberry, Temple of Mut
S. 284 heranziehen), und unserer Figur. Gerade am Fell wird
loading ...