Amsler und Ruthardt; Mützell, Maximilian A. [Oth.]
Katalog der berühmten Schmidt-Sammlung des verstorbenen Herrn Max Mützell, sowie der von ihm hinterlassenen ungewöhnlich reichen Werke von Gerard Edelinck, Ferdinand Kobell, Antoni Waterloo und anderer Meister des XVII-XVIII Jahrhunderts: Versteigerung Dienstag den 5. Juni und folgende Tage — Berlin: Amsler & Ruthardt, 1888

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eiten, ja fast gänzlich verschwunden sind heutzutage die Sammler
vom Schlage des Verstorbenen, dessen Kunstschätze in nach-
stehendem Katalog zum Verkaufe gestellt werden. Wer —
in den betheiligten Kreisen Berlins — kannte ihn nicht, den
kleinen Mann mit der sonoren Stimme, mit der von ihm
unzertrennlichen Mappe und Regenschirm? Unermüdlich auf der Suche nach
seltenen, frühen Drucken seiner Lieblingsmeister Schmidt, Edelinck,
Waterloo und Kobell, ging der an sich schon Bedürfnisslose bis zur äussersten
Grenze der Enthaltsamkeit für seine Person, wenn es galt, die Mittel zu be-
schaffen , seiner Sammlung eine Seltenheit oder gar einen Probedruck eines
dieser Meister einzuverleiben. Während vieler Jahrzehnte hat er in ausdauerndster
Weise unablässig gestrebt, durch Kauf und Tausch seine Sammlung zu erweitern
und zu verbessern, und hat es auch erreicht, dieselbe in Schönheit und Reich-
haltigkeit auf einen Höhepunkt zu bringen, dass man wohl ohne Uebertreibung,
wenigstens in Bezug auf das Werk von Georg Friedrich Schmidt, sagen
kann, die Mützell’sche Sammlung habe nicht ihres Gleichen, weder in Privat- noch
in Staatsbesitz.
Hochinteressant sind die grossen Serien von Plattenzuständen unter Schmidts
Radirungen und es scheint uns, die beiden kürzlich veröffentlichten Monographien
des Meisters von Professor Wessely und Aloys Apell hätten nicht geschrieben
werden dürfen ohne Berücksichtigung dieser so reichen und wichtigen Sammlung.
So finden wir z. B. unter No. 241—253 neun fortschreitende Zustände
der Radirung Jacobi m, unter No. 312 — 320 je drei Zustände von
J. 126 u. 127, unter No. 321—333 sechs Zustände des schönen Haupt-
blattes J. 128, die Judenbraut, und fünf Var ianten des Gegenstückes,
der Vater der Judenbraut, J. 129; ferner unter 342—349 drei, bezugs-
weise fünf Plattenzustände von J. 132 u. 133, unter No. 379—385 fünf
Varianten von Schmidts Selbstbildniss J. 141, je vier Zustände von
J. 148 u. 153, fünf desgleichen von J. 167, sieben Varianten von J. 173,
fünf solche von J. 175 u. s. f. Die grosse Mehrzahl dieser herrlichen
Exemplare entstammt der wegen ihrer Vorzüglichkeit berühmten Sammlung
Verstolk van Soelen in Amsterdam.
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