Andresen, Andreas
Der deutsche Peintre-Graveur oder die deutschen Maler als Kupferstecher: nach ihrem Leben und ihren Werken ; von dem letzten Drittel des 16. Jahrhunderts bis zum Schluss des 18. Jahrhunderts und in Anschluss an Bartsch's Peintre-Graveur, an Robert-Dumesnil's und Prosper de Beaudicour's französischen Peintre-Graveur (Band 1) — Leipzig, 1872

Seite: X
DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/andresen1872bd1/0014
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
X

Vorwort.

Blüthen genüge man muss nur offenen Sinn und ein
nicht eingenommenes Herz haben. — Es laufen übrigens
in der graphischen deutschen Kunst dieser Zeit zwei
Richtungen neben einander her, die rein ästhetische und
die historische, jene schafft das Schöne seiner seihst
wegen, diese, mehr nur dem Schönen anhängend, schil-
dert die Begebenheiten der Geschichte und des Tages,
die Sitten und Gebräuche der Mitwelt; der Werth der
letzteren ist, ästhetisch angesehen, allerdings mit Aus-
nahmen, freilich ein geringerer, aber dessenungeachtet
bietet sie des Interessanten und Wichtigen genug, und
mit welchem Eifer ihre Erzeugnisse heutiges Tages her-
vorgesucht und zum Theil mit grossen Kosten bezahlt
werden, brauchen wir wohl nicht näher zu erweisen.
Was nun die Anlage unseres Buches betrifft, so ist
selbstverständlich, dass wir die chronologische Anordnung
als die allein richtige, nicht die alphabetische gewählt
haben. Wir stellen jene Meister, welche zu einer Zeit
und an einem Ort gelebt haben, zusammen, doch wird
uns aus mancherlei äusseren Gründen eine so strenge
chronologische Ordnung, dass, wie in der Geschichte der
Malerei, der Schüler stets aus dem Meister hervorgehe,
nicht immer ausführbar sein. — Den einzelnen Katalogen
schicken wir die Biographieen der betreffenden Meister
voraus, die meist auf neuen Forschungen basirt sind, so dass
unser Buch auch für eine uns leider noch fehlende exacte
und vollständige Geschichte der deutschen Malerei von
Bedeutung w erden dürfte. Dem Katalog seihst folgt stets
ein Register, um das Aufsuchen der Blätter zu erleich-
tern, zweifelhafte Blätter verweisen wir in einen Anhang.
Die Blätter sind gegenständlich geordnet, zuerst kommen
loading ...