Anfangsgründe der teutschen, lateinischen und griechischen Sprache, und Rechenkunst: Zum Gebrauche der Vorbereitungsklassen zum Gvmnasium — Augsburg, 1778 [VD18 12046191]

Seite: 26
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2 b Grundsätze
rig seyn könne; alss : Er hat vor mich ge-
schrieben, kann heißen: Er hat in ineiner
Gegenwart, (cvram me) oder, ehe, als ich,
(ante we) geschrieben. Dann auch : Er har
für mich geschrieben, kann heißen: Er har
mir zum Guten, (pro ms) oder, anstatt mei-
ner (mal lnc«) geschrieben.
2. Aus besagren Regeln kann man auch ab-
nehmen, ob in den zusammengesetzten Wörtern
für oder vor sollte geschrieben werden. Man
schreibet nämlich; Fürsprechen, Fürbitten,
d. i. für einen sprechen, oder bitten; hingegen
Vorderteil, vorsagen. Weil in diesen Wör-
tern eben jener Sinn m,d Begriff enthalten ist,
welcher außer der Zusammensetzung dem für,
oder vor eigen ist. Also auch: Gesche werden
von dem Fürsten vsrgeschrieben : von den
Merzten aber werden Heilmittel fürgeschrieben;
nämlich, für die Brankheit. Man schreibt
dafür, und davor. Es ist kein Mittel da-
für. Es liegt ein Stein davor. Fürsor-
gen heißt anstarr eines sorgen, Vorsorgen
heißt in Voraus besorget seyn. Sage: Vor-
mund, nicht, Fürmund; denn dieses Wort be-
deutet einen Schutz , weil Mund so viel heißt,
als Beschirmer,
Man hüte sich, daß man von gemeinem
Gebrauche im Reden, oder auch von einigen
Wörterbüchern selbst nicht verführet werde. Man
schreibe: Vorhang, Vortuch, Vorwitz, vor-
Mhm, vorüber re, Obwohl wir insgemein
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