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Verein für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung [Editor]
Annalen des Vereins für Nassauische Altertumskunde und Geschichtsforschung — 9.1868

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Schalk, H.: Die neusten Funde in Wiesbaden
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https://doi.org/10.11588/diglit.62282#0372
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bauung. Die Legion stand bekanntlich zweimal in Obergermanien; nach
ihrem ersten Aufenthalte daselbst kam sie nach Britannien, wo sie für
einen im Jahre 62 erfochtenen glänzenden Sieg die erwähnten Beinamen
martia victrix erhielt, und nach Obergermanien zurückgeführt wurde,
um hier ihr Standquartier zu nehmen; da sie nun in der Mitte des zwei-
ten Jahrhunderts, nach Ptolemaeus, bereits in Pannonien stand, so ist
die Zeit der Erbauung unserer Bäder wohl mit Sicherheit in der zweiten
Hälfte oder gegen Ende des ersten Jahrhunderts zu suchen. —
Von diesen mit Stempel versehenen Bleiröhren wurden 4 Stück
gefunden, von denen drei in unser Museum kamen, unter welchen auch
das zuerst gefundene, welches bereits an einen Trödler verkauft, von
diesem in mehre Stücke zerschnitten war.

2. Römische Sonnenuhr. Auf demselben Terrain wurde ein
vielleicht noch werthvollerer Fund gemacht, nämlich eine römische
Sonnenuhr, deren Abbildung wir hier geben. Von den verschiedenen
Formen der römischen Sonnenuhren, die Vitruv uns beschreibt, sind
hauptsächlich zwei Arten auf uns gekommen, die beide durch in Deutsch-
land gemachte Funde repräsentirt sind. Die erste 1843 bei Cannstadt
ausgegrabene eine sphärisch ausgehöhlte halbkugelförmige, ist bereits
veröffentlicht (Bonn, Jahrbücher des Alterthumsvereins IV. 90); die
zweite bis jetzt in Deutschland gefundene dürfte wohl die unserige sein,
sie gleicht auf das Vollständigste einer im Jahre 1832 in Pompeji ge-
fundenen Sonnenuhr, die Avellino in seinem descrizione di una casa
Pompejana (tav. III. figs.) mittheilt.
 
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