Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 3.1887

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Architektonifche Rundfchau
SKIZZENBLÄTTER
AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST
HERAUSGEGEBEN
VON
Ludwig Eisenlohr und Carl Weigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.
-m* 3. Jahrgang 1887.
1. Heft.
Monatlich eine Lieferung zum Preise von Marie 1. 50.

Inhalt.

Tafel i. Das Buchhändlervereinshaus in Leipzig; ent-
worfen von Kays er und v. Grossheim, Architekten in
Berlin.
Dieses aus einem be-
schränkten Wettbewerb
von fünf deutschen Ar-
chitektenfirmen [Kayser
und v. Grossheim - Berlin;
Hauberrisser - München;
Griesebach - Berlin;
Weichardt-Leipzig; Eisen-
lohr und Weigle - Stutt-
gart] siegreich hervor-
gegangene Projekt, ist
nach mehrfachen Um-
arbeitungen in vor-
liegender Form der Aus-
führung zu Grunde gelegt
worden.
Die Lösung der Auf-
gabe wurde besonders
dadurch erschwert, dass
Räume, welche den ver-
schiedensten Zwecken
dienen, zu einem orga-
nisch verbundenen
Ganzen vereinigt werden
sollten.
Neben dem grossen
Börsen- und Festsaal mit
seinen Nebenräumen,
mussten Ausstellungs-
räume, eine Bibliothek,
ein Fachmuseum; ferner
Lokale für den laufen-
den Geschäftsbetrieb und
eine ständige Wirtschaft
untergebracht werden.
Hiernach schieden
sichin denBearbeitungen,
die schon im Programm
vorausgesehenen zwei
Hauptarten der Lösung:
Gruppenweise Zusam-
menfassung der Räume,
je nach ihrer Bestimmung
und Vereinigung aller
Räume zu einem ein-
heitlichen Gebäude, mehr
oder weniger scharf von-
einander.
Das vorliegende Pro-
jekt ist als Hauptvertreter der erstem Auffassungsweise zu
betrachten.
Tafel 2. Eingebautes Wohnhaus des Senator Mann
in Lübeck; entworfen von Architekt Julius Grube daselbst.

t.r int f-uo-i-r-

Kirche in Heslach bei Stuttgart; erbaut vom f Stadtbaurat v. W o 1 f f.


Tafel 3. Kirche in Heslach bei Stuttgart; erbaut vom
f Stadtbaurat v. Wolff.
Tafel 4. Wirtshaus »Zur güldenen Waldschnepfe« in
Dornbach bei Wien;
entworfen von den Archi-
tekten Avanzo und
Lange in Wien.
Das Bauprogramm
schrieb im Erdgeschoss
ein Cafehaus und eine
Schwemme (Gastzimmer
für weniger Bemittelte)
als Haupträume vor. Dies
führte zur Zweiteilung
der Fassade im Erdge-
schoss. Hinter lauben-
artigen Vorbauten liegt
links das Caföhaus,
rechts die Schwemme,
neben welcher von aussen
eine Stiege zu den im
I. Stock liegenden Garten-
und Saallokalitäten führt.
Der Saal selbst, mit
Erker und Musiktribüne,
liegt über den zwei untern
Räumen, ist 12 m breit,
18 m lang und 6 A m
hoch, die Kehlbalken und
ein Teil des Gespärres
bilden den Plafond des-
selben. Ueber den Lauben
liegt vor dem Saale der
Erker und eine Veranda,
welche durch eine
brückenartige Ueberbau-
ung des Stiegenaufganges
mit dem Garten in Ver-
bindung gebracht ist.
Hinter dem Saal liegen
hier wie im Erdgeschoss
Speise- und Wirtschafts-
räume mit besondern
Zugängen. Die Pavillon-
hallen erreicht man vom
Garten aus.
Bei Schaffung dieser
Anlage hielten sich die
Architekten mit Glück an
die biderbe, freundlich-
einladende und male-
rische Erscheinung der
alten Einkehrhäuser, wie sie noch heute an den einst so be-
lebten Heerstrassen der Alpenländer in grosser Zahl stehen.

Tafel 5. Saal des Wirtshauses »Zur güldenen Wald
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