Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 14.1898

DOI issue:
3. Heft
DOI Page / Citation link:
https://doi.org/10.11588/diglit.41281#0013
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Architektonifche Rundfchau
SKIZZENBLÄTTER
AUS ALLEN GEBIETEN DER BAUKUNST

HERAUSGEGEBEN
VON
Ludwig Eifenlohr und Carl Weigle
ARCHITEKTEN IN STUTTGART.
—i 14. Jahrgang 1898. -
3. Heft.
Monatlich eine Lieferung zum Preise von M. 1.60.

IN HALT.

Tafel 17. Hotel „Deutscher Kaiser“ in Nürnberg; erbaut
von Professor C. Walter daselbst.
Tafel 18. Das neue Hofbräuhaus in München; erbaut von
Heilmann & Littmann, Architekten daselbst.
3. Dritte Hofansicht. (Siehe auch Tafel 7 und 16.)
Tafel 19. Konkurrenzentwurf zu einem Rathaus für Leipzig
von Architekt M.
Fritsche in Frank-
furt a. M.
V. Preis. (Siehe
auch Tafel 3 und 13.)
Tafel 20.
Wohnhaus in der
Kerepeserstrasse in
Budapest; erbaut von
Architekt G y u 1 a
Kann daselbst.
Im Erdgeschoss
des Hauses sind Ge-
schäfts- und Lager-
räume, sowie eine
Hausmeisterwoh-
nung untergebracht.
Die oberen Ge-
schosse enthalten je
zwei grosse Woh-
nungen an der Stras-
senseite und eine
Hofwohnung, deren
Treppe zugleich als
Diensttreppe benutzt
wird.
Tafel 21 u. 22. Das neue Justizgebäude zu München;
erbaut von Professor Friedrich von Thiersch daselbst.
1. Südfassade.
Im Jahre 1887 wurde Professor F. Thiersch mit der An-
fertigung von Bauplänen für ein neues Justizgebäude in München
betraut. Indes erst im Frühjahr 1891 konnte mit Aushebung der
Baugrube begonnen werden, weil nicht weniger als sieben Vor-
entwürfe und Bauprojekte mit detaillierten Kostenanschlägen zu
machen waren, bis man sich über Umfang und Baukosten des
neuen Gebäudes geeinigt hatte. Im Mai 1897 fand die feierliche
Eröffnung statt.
Der Grundriss ist rechteckig und nach zwei Achsen sym-
metrisch. An den Langseiten treten die Fronten erheblich gegen
die Eckrisalite zurück. Ein in der Richtung der Hauptquerachse
durchgehender Mittelbau schliesst einen glasbedeckten Centralhof
ein und umschliesst mit den zwei Seitenteilen je zwei offene


Grundrisse zum Wohnhaus in der Kerepeserstrasse in Budapest; erbaut von
Architekt Gyula Kann daselbst.

Höfe, die an den drei Aussenseiten einseitig bebaut sind. Dreh
grössere Treppenanlagen vermitteln den Verkehr zwischen den
einzelnen Geschossen.
Das Gebäude besteht aus Untergeschoss, Erdgeschoss und.
drei Obergeschossen. Im Untergeschoss sind die Wohnungen'
der Hausverwalter, die Räume für die Heizungs- und Beleuch-
tungsanlage, sowie
Registraturen unter-
gebracht.
Im Erdgeschoss
befindet sich das
Amtsgericht Mün-
chen I, Abteilung A
für Civilsachen; im
I. Obergeschoss das
Landgericht Mün-
chen I, Abteilung für
Civilsachen, und die
gleiche Abteilung des-
Landgerichts Mün-
chen II; im II. Ober-
geschoss das Land-
gericht München I,,
Abteilung für Straf-
sachen, und Staats-
anwaltschaft bei die-
sem Gericht, Land-
gericht München II
mit Strafabteilung
und Staatsanwalt-
schaft, sowie das.
Schwurgericht beim
Landgericht München I; im III. Obergeschoss das kgl. Staats-
ministerium der Justiz und das Oberlandesgericht nebst Ober-
staatsanwaltschaft.
Die Sockelverkleidung des Untergeschosses der Fassaden
besteht aus Granit von Rüchnach. Die Fassadenflächen sind durch-
weg mit Donaukalkstein aus der Nähe von Kelheim bekleidet.
Die Baukosten belaufen sich auf 6562000 M. Auf den*
Quadratmeter überbaute Fläche entfallen ca. 850 M., auf den
Kubikmeter 30,68 M.
Leider verbietet der Rahmen unsres Blattes, näher auf die
Baubeschreibung dieses hochinteressanten Werkes einzugehen.
Wir verweisen vielmehr auf die vom Architekten selbst verfasste,,
im Verlage von L. Werner in München erschienene Denkschrift.
Tafel 23. Villa Bayer am Tiergartenweg in Stuttgart;,
erbaut von Eisenlohr & Weigle, Architekten daselbst.
Dieses Landhaus wurde im Jahre 1890 für die Benutzung
 
Annotationen