Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 23.1907

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1907

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

Heft 9


ner Bürgerhäuser ins Große geführt
diese ersten Brandmauern in unsern

auf dem Gebiete der Bau-
kunst seit mehr denn
einem Jahrtausend, wohl
trösten. Es lohnt sich
wirklich, auch einmal Ent-
deckungsreisen auf dem
Gebiete der Kunst bei
uns zu Hause zu machen.
Da hat das schein-
bar Bescheidenste oft un-
schätzbaren Wert, wie
hier uns die unansehn-
lichen Brandmauern eini-
ger längst verschwunde-
haben. Und darum seien
ältesten Städten der Liebe

und sorgfältigen Beachtung der Kunsthistoriker, vor allem der
Pflege unsrer Konservatoren dringend und wärmstens ans Herz
gelegt.


32. Museum in Leon.




Lena.

35. Vom Junkerhaus in Göttingen.

einer bewaldeten Anhöhe im Hintergründe, wirkt die Häusergruppe ins-
besondere noch durch eine feine, ruhige Farbenbehandlung und die Wahl
des Materials.

Tafel 68. Wohn-
hausgruppe (Einfa-
milienhäuser). Archi-
tekt: R. Ostermaier
in Kaiserslautern.
An einer sanft
ansteigenden
und gekrümm-
ten Straße, mit

Tafel 70. Vorschlag zu einem Ausstellungsge-
bäude für den Kunstverein Augsburg Architekt: Dipl.-
Ing. Emil Rüster in München.
Das hier dargestellte Projekt ent-
stammt einem Wettbewerb des Kunst-
vereins Augsburg, der Entwürfe für ein
im Anschluß an einen schon bestehen¬
den Gartenpavillon aus der Barockzeit
zu erbauendes Ausstellungsgebäude ver-
langte. Es wurde damals aber wegen
mehrerer Verstöße gegen das Programm
verworfen. Der Verein hatte nämlich
eine vollständige Überbauung des (im
Grundriß angegebenen) Terrains ver¬
langt, was der Verfasser aus archi-
tektonischen Gründen unbeachtet ließ;
ferner war für den großen Saal Ober¬
licht gefordert, eine Bedingung, die
um so unnötiger erschien, als Gelegen¬
heit zu sehr günstiger Beleuchtung von
Norden geboten war, und bekannter-
maßen für Galerieen, in denen nur Bil¬
der und Skulpturen von mäßiger Größe
ausgestellt werden, Oberlicht leicht zu
entbehren ist. Denn einerseits haben
ja die wenigsten Maler in ihren Ateliers
direktes Oberlicht, sondern hohes nörd-
liches Seitenlicht, anderseits aber sind
die ausgestellten Gemälde doch zur Auf¬
hängung in unsern immer nur seitlich
beleuchteten Wohnräumen bestimmt, so

Tafel 69. Einfamilienhäuser an der Parkallee in Bremen.
Architekten: E. Gildemeister & W. Sunkel in Bremen.
Die Wohnhäuser Parkallee 95 und 87 in Bremen, von den
Architekten Gildemeister & Sunkel 1900 und 1903 erbaut, können
als Typen der reicheren Bremer Vorstadthäuser gelten. Die
Grundrisse sind einander sehr ähnlich, der Aufbau dagegen
wesentlich den Wünschen der Auftraggeber folgend, ganz
verschieden gehalten. Das Haus Parkallee 95 ist im Keller-
geschoß mit Zyklopenmauerwerk aus mehrfarbigem Granit
bekleidet, im Hauptgeschoß mit schwarzbraunen schle-
sischen Klinkern. Die Obergeschosse sind verputzt.
Das andre Haus ist ein Putzbau mit Fensterein-
fassungen aus Obernkirchner Sandstein. Beide sind
durch die roten Ziegeldächer von gleichem Ton und
gleicher Neigung in Einklang gebracht. Das Haupt-
geschoß enthält außer der wohnlichen Diele mit dem
Kaminplatz nur ein großes Wohnzimmer, Speise-
zimmer und Herrenzimmer; das sonst übliche zweite
Wohnzimmer ist als überwölbte Gartenhalle bezw.
Wintergarten ausgebildet und kann im Sommer
durch Versenken einer Glaswand nach dem
Garten hin geöffnet werden. Terrassen und
Loggien sind angebracht, wo es die schöne
Lage wünschenswert machte, dagegen ist auf
die in Bremen sonst unentbehrlich scheinen-
den Glasveranden mit Eisengerippe verzichtet.
Besonderer Wert wurde auch auf eine reizvolle
Durchbildung der Dachstuben gelegt. Die Ausstat-
tung der Hauptzimmer lieferte die Firma Heinrich Bremer
in Bremen. Die Baukosten betrugen für jedes Haus reich-
lich 100000 Mk.

e.»
33. Aus Toledo.
Museo argueologico in Madrid.

Beschreibung der Abbildungen.
Tafel 65. Entwurf für die Kunstgewerbeschule in Brom-
berg. Ein 2. Preis. Architekt: Adolf Bruckner in München.
Im Erdgeschoß sind vorgesehen vier Säle für die Handwerkerschule
und vier Säle für die Fortbildungsschule. An der Kaiserstraße
liegt die Direktorwohnung in direkter Verbindung mit dem
Hauptgebäude. Im 1. Stock sind Direktor-, Vor-, Konferenz-,
Lehrer- und Bibliothekzimmer, vier Säle für die Kunstschule
(Ecke Wilhelm- und Kaiserstraße); im 2. Stock: Aula, zwei
Zeichensäle, Modellzimmer und Räume für Lehrmittel.
Im Kellergeschoß sowie im Hofe sind Lehrwerkstätten
untergebracht gedacht. Bausumme 350000 Mk. Eine
spätere Erweiterung ist vorgesehen.
Tafel 66. Landhaus des Bankdirektors
F. in Oberlößnitz. Architekt: Johannes Bollert
in Dresden.
Das Äußere ist in gelbem Graupelputz, mit
Hauptgesims, Fensterumrahmungen und Sockel in
Inichstein ausgeführt. Das Holzwerk ist weiß ge-
strichen, das Dach mit schlesischen Biberschwänzen
eingedeckt. Die Baukosten, ohne Gartenanlage, be-
tragen 86000 Mk.
Tafel 67. Wohnhaus in Frankfurt a. M.,
Wolfgangstraße. Architekt: C. F.W. Leonhardt
in Frankfurt a. M.
Das Haus enthält in drei Stockwerken Wohnungen
mit sechs
Zimmern,
im Dach¬
geschoß
eine
Woh¬
nung
mit
vier Zimmern und die
Dienstbotenkammern.
Die Fassaden sind in
blauviolettem Rauhputz
mit Architekturteilen in
gelbem Sandstein aus-
geführt. Der Erker, das
Hauptmotiv der Fas-
sade, ist mit Bildhauer-
arbeit in Stein und Holz
verziert. Das Holzwerk
ist rot gestrichen, die
Schnitzereien sind mit
Gold und Farbe heraus-
gehoben. Die Fenster
sind weiß gestrichen,
die Rollladenrotund mit
weißen Linien verziert.

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34. Sta. Cristina de

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