Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 27.1911

Seite: 112
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/architektonische_rundschau1911/0122
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Seite 112.

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

1911, 10.

Laterne an der Bezirksschule Architekt: Stadlbaurat Prof. Hans Erlwein,
in Cotta bei Dresden. Ausführung: Max Großmann in Dresden.


Schachte besorgt. Diese elektrisch (und direkt) angetriebenen
Schleuderpumpen (Pumpe und Motor sitzen auf vertikaler Welle)
werden neuerdings bei tiefliegendem Wasser häufiger verwendet.
Sie bedingen einen Schacht von nur mäßig großem Durch-
messer (der Maschinenkörper ist eng zusammengedrängt) und
über Tag einen kleinen Raum zur Aufstellung von Transfor-
matoren (die für die Spannungsänderungen des mittels Ober-
leitung zugeführten Stromes nötig sind).

Gitter der Einfriedigung der Auferstehungs- Architekt: Stadtbaurat Prof. Hans Erlwein.
kirche in Plauen bei Dresden. Ausführung: Karl Örtel Söhne in Dresden.


In Abb. 7—11 (Tafel 96) erfolgt die Wasserentnahme aus
einer am Hang gelegenen Quelle, in deren unmittelbarer Nähe
(über Tag) 2 Turbinenpumpen, die auf liegender Welle mit Motoren
gekuppelt sind, aufgestellt werden konnten. Die Transformatoren
sind in einem Obergeschoß untergebracht. Bei allen diesen
Anlagen macht die Einführung der Stromleitung besondere
Schwierigkeiten, sobald die Stromspannung eine bedeutende
ist. Je höher die Stromspannung ist, um so größere Abstände
verlangen die Drähte untereinander bzw. von den Bauteilen
an der Einführungsstelle. (Die Details sind bei den Skizzen
nicht genügend durchgebildet.) Die Einführungen bieten aber
andererseits auch Motive zu reizvoller Gestaltung der obersten
Bauteile. In Abb. 12 16 ist mit der Wassergewinnungs- bzw.
der Wasserhebungsanlage ein Turm zur Aufnahme eines Hoch-
behälters verbunden.
In Abb. 17 und 18 (Tafel 94) ist ein Wasserturm wiedergegeben,
der mit seinen Formen einem im Stadtbilde vorhandenen Turme
nachgebildet ist, um zu zeigen, daß die zurzeit von der Industrie
gebotenen Wasserbehälter nicht immer zu jenen kopfschweren
Mißgebilden zwingen, die so viele Stadtbilder unseres Landes
verunzieren.
Tn

Kunstschmiedearbeiten von Bauten des
städtischen Hochbauamts zu Dresden.

Das zielbewußte Zusammenwirken von Architekten, Malern
und Bildhauern an einem Bauwerk ist eine der wich-
tigsten Vorbedingungen für das organische Durchbilden und
künstlerisch feine Gelingen des Ganzen.

Laterne an der Sparkasse Architekt: Stadtbaurat Prof. Hans Erlwein.
Löbtauer Straße in Dresden. Ausführung: Georg Böschmann, Modelle von Prof. Georg Wrba in Dresden.


Bei den von Baurat Professor Erlwein
im Auftrage der Stadt Dresden entworfenen
und ausgeführten Bauten der letzten fünf
Jahre ist dieser Grundsatz jedenfalls im
vollen Umfange zu Ehren gekommen.
Erlwein beginnt die Detailbearbeitung des
tektonischen Schmuckes an seinen Bauten
so rechtzeitig im Einvernehmen mit Bild-
hauern und Malern, daß Änderungen
oder Unstimmigkeiten fast ganz ausge-
schlossen sind.
Innerhalb seines architektonischen Rah-
mens geplante ornamentale Ausschmückun-
gen läßt er stets in natürlicher Größe mo-
dellieren, so daß der Handwerker schon
bei Erteilung des Auftrags klare, unzwei-
deutige Grundlagen für seine Ausführung
erhält. Eine Reihe von derart entstandenen
Kunstschmiedearbeiten für verschiedene
Bauten der Stadt Dresden, von dem be-
reits in früheren Jahrgängen der „Architek-
tonischen Rundschau“ veröffentlichten Spar-
kassengebäude an der Schulstraße und
von dem König-Georg-Gymnasium bis zu
der eben eröffneten großen Bezirksschulc
in Cotta, mögen die künstlerischen Er-
loading ...