Architektonische Rundschau: Skizzenblätter aus allen Gebieten der Baukunst — 27.1911

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Seite 118.

ARCHITEKTONISCHE RUNDSCHAU

1911, 10.


Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden 1911.
Maschinenhalle.

Architekt: Paul Bender, B.D.A.,
in Dresden.

Aufgaben bezeichnet werden kann. Ihr schließen sich die im liehe Arbeiterwohnhäuser und das Mustergut von Baurat Ernst
hinteren Teile der Ausstellung etwas abgesondert von den Kühn (S. 120) gut an. Unter den Bauten für Erholungszwecke
übrigen stehenden Bauten des Heimatschutzes, mehrere vorbild- ist ein von Professor Osmin Hempel erbautes Restaurant zu er-
wähnen, dessen Halle eine bemerkenswerte offene Holz-


Internationale Hygiene-Ausstellung in Dresden 1911.
Blick in die Ausstellungshalle des
Vereins Deutscher Heizungsindustrieller.

Architekt:
Rudolf Bitzan, B.D.A.,
in Dresden.

konstruktion und recht gute Farbenbehandlung zeigt.
Besonders hervorzuheben ist auch die großartige Wirkung
der abendlichen Beleuchtung an den Gebäuden um den
Ehrenhof, die durch eine einzige wagerechte Linie dicht
aneinandergereihter starker Lampen in der Höhe der
Hauptgesimse bewirkt ist und dem Bilde eine wunder-
volle Ruhe und Geschlossenheit verleiht.
Neben den Bauten selbst bietet die Ausstellung dem
Architekten in den verschiedenen Gruppen eine außer-
ordentliche Fülle von Sehenswertem und Belehrendem
aus den verschiedensten Gebieten des baulichen Schaffens.
In der historischen Abteilung sind es vor allem
die zahlreichen großen Modelle antiker Wasserleitungen
Bäder, Stadtanlagen usw., welche uns im Zusammenhänge
mit zahlreichen vortrefflichen Abbildungen den hohen
Stand der Hygiene bei den alten Kulturvölkern veran-
schaulichen. An sie schließen sich dann die bildlichen
Darstellungen und Modelle mittelalterlicher Spitäler,
Badehäuser usw. und des mittelalterlichen Wohnungs-
wesens mit den ältesten Steinhäusern und den gewal-
tigen Burganlagen, die namentlich unter dem großen
Staufenkaiser Friedrich II., wie in den Danskern und
Hypokausten der Ordensburgen, schon sehr bemerkens-
werte Einrichtungen, besonders für Wasserversorgung
und Abfuhr, zeigen. Sehr gut veranschaulicht sind auch
die islamitischen Bauten, Wohnhäuser, Bäder, Lust-
schlösser usw., unter anderem durch die große, plastisch
dargestellte Baugruppe der Bajezidie in Adrianopel, die
Moschee,Medresse,Brunnen, Armenspeiseanstalt,Kranken-
haus, Irrenhaus und Abortanlage vereinigt.
An anderer Stelle finden wir große Gruppen der
Schul- und Gefängnisbauten, reichhaltige Übersichten
über die umfassende Tätigkeit auf dem Gebiete der
Arbeiterkolonien und Kleinwohnungsbauten, Genesungs-
heime und Pflegeanstalten sowie Anlagen von Garten-
städten und Beispiele aus dem Städtebau, so daß dem
Fachrnanne vortreffliche Gelegenheit zu vergleichenden
Studien auf diesen Sondergebieten geboten ist. C. Z.
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