Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 2.1968

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26. Johann Rombauer:
Bildnis des Prešover
Kaufmannes Lillia
Boldizsár,
1839, Oel.

zur Schau stellt, deren Zweck es ist der Frauen-
schönheit zu schmeicheln. Anzeichen des Bieder-
meier’schen Sentiments sind in den Portraits von
Rombauer nur sporadisch zu finden („Bildnis der
Frau Selmeczy“, 1834), aber selbst in diesen Fällen
weisen sie einem dem Künstler eigenen Ton auf.
Wenn bei Rombauer auch von irgendwelchen
Anzeichen von Realismus gesprochen werden kann,
so können wir sie am besten mit dem Attribut
„charakterisations-“ bezeichnen. In einem jeden
Fall ist der Künstler um ein Maximum von Aus-

druck und Anschauung bemüht. Seine Charakteri-
sationsmethode beruht auf einen ihm angeborenen
empirischen Sinn; diese Methode macht nicht
ungern von der Lizenz der künstlerischen Ueber-
treibung Gebrauch.
Rombauers „Realismus“ hat natürlich seine
Grenzen. Es geht hier im grossen und ganzen um
eine innere Tendenz, und nicht um eine entwickelte
künstlerische Anschauung, die den Ausgangspunkt
des künstlerischen Schaffens der zweiten Hälfte
des 19. Jh. bildet. Dabei ist diese Tendenz zum

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