Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 3.1969

Page: 109
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ars1969/0305
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
ungarischen Architekten sicherten die technische
und künstlerische Basis für das grossangelegte
ungarische Bauprogrannn der Nachkriegsjahrc.
Mit einer monographischen Bearbeitung dieser
so wichtige Periode unserer Baugeschichte befassen
sich derzeit mehrere junge Forscher.
Es wäre noch der Einfluss der vom Bauhaus
verfassten Grundideen der ,,Neuen Gestaltung" auf
Ungarn zu erwähnen. Auch die ungarischen
Konstruktivsten beschäftigten sich wie viele
andere Künstler in Weimar mit Formproblemen.
Auch sie bekannten sich zu einem Verhältnis der
Kunst zur Weltanschauung, demzufolge schon der
reine Aufbau der Form ohne jegliche bildnerische
Darstellung höchst charakteristisch sei für die
Lebensanschauung einer jeden Weltordnung'. Und
doch nahmen sie dem exklusiven Konstruktivis-
mus des holländischen ,,de Stijl" gegenüber für
die auf gesellschaftliche Ansprüche gerichteten
Bestrebungen der Russen und des Bauhauses
Partei. Dies bezeugt auch die 1921 von Weimar
heimgesandte Programmerklärung von Breuer,
Molnár, Weininger und Bortnyik. Darin stellten
sie die ideologische Frage nach der Zukunft der
Kunst, untersuchten, in welcher Weise die Bau-
kunst, die Bildhauerei und Malerei ihren Anteil
nimmt an den neuen Aufgaben der Zeit. Wenn sie
auch eine Existenzberechtigung der bildenden
Künste nicht leugneten, so meinten sie doch, in
der Konstruktion der neuen ,,Lebensercheinung"
der Gegenstände die Aufgabe der Malerei und
der Bildnerei zu finden. Auch der Maler Sändor
Bortnyik, der zu Beginn der zwanziger Jahre

1. Moholy-Nagy: obálka časopisu MA, 1922
2. Kassák Laj os: Obraz-architektúra
3. Molnár Farkas: Architektura ako umenie
4. Kolektiv architektův : nájomné domy v Budapešti,
1933
5. Berger Otti: návrh na textil
6. Breuer Marcel — Fischer Jószef — Molnár Farkas:
návrh veltržného pavilónu, 1933
7. Plagát budapeštianskeho Bauhausu, 1928
8. Budapeštiansky Bauhaus vystavuje plagátovu tvorbu
Bortnyikovej školy v umeleckopriemyslovom muzeu.
1932(?)
9. Forbát Alfred: návrh na obytný dom, 1924
10. Žiaci Bortnyikovej školy, prvý ziava Vasárhelyi

in Wien und Weimar auf hächenkonstruktivisticho
Art malte, gelangte mehrere Jahre danach dahin,
dass er seine formenschaffende Begabung jenseits
der Atelierkunst zur Geltung zu bringen begann.
Sein Zusammenhang mit der Plakatkunst war
bereits älteren Datums, aber im Jahre 1926, nach
seiner Heimkehr, wandte er sich mit neu gesammel-
tem Interesse völlig dem Plakat zu. Das hohe
künstlerische Niveau, auf dem 1919 das ungarische
politische Plakat gestanden hatte, gehörte damals
bereits der Vergangenheit an. Das Plakat des
Geschäftslebens gelangte im Zusammenhang mit
der Mitte der zwanziger Jahre langsam konsoli-
dierten Wirtschaftslage in das Zentrum des
Interesses. Bortnyik interessierte die Reklame und
das Plakat als aktive Komponenten im Städtebild
des zwanzigsten Jahrhunderts. Er gründete unter
dem Namen ,,Werkstätte" eine Schule, deren
Programm in mehreren Punkten mit dem Un-
terricht am Bauhaus übereinstimmte. Unter be-
sonderer Beachtung der ungarischen Möglichkeiten
und Notwendigkeiten legte er vor allem grossen
Wert auf die zeitgemässen Entwürfe für die
Gebrauchsgraphik, Reklame, Drucke, Plakate.
Sowohl für seine eigenen Kompositionslösungen
wie für die seiner Schüler ist bezeichnend: eine
vereinfachte, einfallsreiche und anschauliche Dar-
stellung des Gegenstandes, eine rythmische Be-
tonung der Formen, Farben und Linien, ein frap-
pierender, kurzer, ausdrucksvoller Text, sowie die
Verwendung von Photo und Photomontage. Auch
verwendete diese Schule grosse Sorgfalt auf die
Zeichnung der Buchstaben und die richtige An-

1. Moholy-Nagy: Umschlag der Zeitschrift ,,MA", 1922
2. Kassák Laj os: Bi ld-Architektur
3. Molnár Farkas: Architektur als Kunst
4. Kollektive von Architekten : Wohnhäuser in Budapest,
1933
5. Berger Otti: Textilentwurf
6. Breuer Marceli: — Fischer Jószef — Molnár Farkas:
Entwurf für ein Messe — Pawillon, 1933
7. Plakat des Budapester Bauhauses, 1928
8 Das Budapester Bauhaus stellt Plakate der Bortnyik —
Schule im Kunstgewerbemuseum aus, 1932(?)
9. Forbát Alfred: Wohnhaus-Entwurf, 1924
10. Schüler der Bortnyik-Schule, der Erste von links:
Vasárhelyi

109
loading ...