Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1987

Page: 99
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/ars1987/0201
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Versuch um die Begrenzung der Malerkreise in der Zips
in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts

99

In diesem Beitrag wird die Malerei der Zips in der
ersten Hälfte des 16. Jahrhundertserörtert, reprä-
sentiert durch die breiteste Produktion, die zur
Ausschmückung von Flügelaitaren, Votivbildem und
Epitaphien bestimmt war. Einen Teil dieser Malerakti-
vität bildet die Wandmalerei in sakralen und profa-
nen Objekten, besonders in dem zweiten Viertel des
16. Jahrhunderts. Wir widmen uns dieser, inwieweit
sie mit unserem vorrangigen Programm zusammen-
hängt und uns ermöglicht, die einzelnen Werkstattkreise
der Maler, die in diesem Zeitraum tätig waren, zu
präzisieren und zu charakterisieren. Diese eher formel-
le als qualitative Analyse der Kunstwerke knüpft an
unsere nach dem Jahre 1971 durchgeführten Forschun-
gen an, besonders jedoch an jene ältere Literatur, die
einige Werkstattkreise schon bestimmte, einige andeu-
tete.
In diesem Zusammenhang soll erwähnt werden, dass
die Werke Zipser Provenienz teilweise schon im
15. Jahrhundert die territoriale Begrenzung der Zips
durch Bestellungen für andere Gebiete überschritten,
teilweise ihre .Standorte im Laufe der geschichtlichen
Ereignisse gewechselt hatten. Wir versuchten die Wege
der Zipser Malerei des definierten Zeitraumes von
ihrem Entstehen bis zur gegenwärtigen Lokalisation zu
verfolgen. Die Beziehungen mit den Zipser Werkstät-
ten hielten besonders einige Lokalitäten in Šariš, Lip-
tov, Orava und in Kleinpolen aufrecht. Als weniger
zahlreich evidieren wir die Bestellungen aus Gemer
und aus der königlichen Stadt Košice, die sich aber
eine überdurchschnittliche Qualität sicherte.
Das Ergebnis unseres Studiums — die Elimination
der Malerkreise, ihre Charakteristik und Lokalisation
legen wir als Arbeitsthesen zur Diskussion und zur
weiteren Forschung vor.
Chronologie der Maler und Werkstätten, die in der
Zips in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts laut
den erhaltenen Werken wirkten, ist folgende:
1. Der Meister der Antoniusiegende wirkte zusammen
mit seiner Werkstatt im ersten und zweiten Jahr-
zehnt des 16. Jahrhunderts.
Seine selbständigen Gehilfen und Meister: (2.-5.)
2. Der Meister des Altars in Hrabušice — wirkte wahr-
scheinlich selbständig seit dem Jahre 1508 bis
Ende des zweiten Jahrzehntes des 16. Jahrhunderts;
3. Der Monogrammist CS (Maler des Altars des Hl.
Georg in Spišská Sobota aus dem Jahre 1516, auf
dem er signiert ist) — wirkte in dem zweiten Jahr-
zehnt des 16. Jahrhunderts und um das Jahr 1520;
4. Der Meister des Passionszyklus von Levoča — wirkte
im zweiten Jahrzehnt und um das Jahr 1520;
5. Der Monogrammist TH (belegt durch das Mono-

gramm an dem Johannesaltar in Levoča) — winkte
Ende des zweiten Jahrzehnts und um das Jahr
1520;
6. Der Meister der Tafeln von Okoličné — wirkte in
dem ersten und zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhun-
derts, er arbeitete für Bardejov, Liptov, Košice;
7. Der Monogrammist LA (signiert auf dem Bild der
Hl. Anna aus dem Jahre 1513 in Rožňava) stand na-
he zum Meister von Okoličné;
8. Der Meister der Hl. Sippe in Spišská .Sobota —
wirkte im ersten und teilweise im zweiten Jahrzehnt
des 16. Jahrhunderts;
9. Der Meister des Altars des Hl. Nikolaus in Spišská
Sobota — wirkte im Zeitraum um das Jahr 1500 bis
zum Anfang des zweiten Jahrzehnts des 16. Jahr-
hunderts ;
10. Der Monogrammist WE (oder WF) — signiert mit
dem Monogramm und datiert im Jahre 1521 auf dem
Altar der Hl. Katharina (heute der Jungfrau Maria)
in Spišské Podhradie;
11. Der Meister der Tafeln des Annenaltars von Levoča
(Maler der nürnbergisch-augsburgischen Orientie-
rung) — wirkte um und nach dem Jahre 1520; im
Jahre 1524 datiert — Malereien aus der Zips, heute
in Budapest, zusammen mit dem Kreis der Werke
in Šariš;
12. Der Meister des Marienlebens in Sabinov — wirkte
mit der Werkstatt in den zwanziger und zu Beginn
der dreissiger Jahre des 16. Jahrhunderts;
13. Der Meister der Altartafeln in Lendak (bezeichnet
nach dem Hauptaltar aus Lendak) — wirkte in dem
zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, mit dem
Jahre 1512 ist der Altar aus Spišská Nová Ves da-
tiert;
14. Der Meister der Votivtafel in Hronský Beňadik aus
dem Jahre 1510 — wirkte seit dem Ende des ersten
Jahrzehnts bis zum dritten Jahrzehnte des 16. Jahr-
hunderts;
15. Meister der Altartafeln der Anbetung der Drei Kö-
nige in Palüdzka;
16. Eine sehr produktive Werkstatt, die in dem zweiten
und dritten Jahrezhnt des 16. Jahrhunderts tätig
war (Altäre in der Zips, in Šariš, Liptov u. a.).
17. Meister der Altäre aus Strážky; (16.)
18. Eine sehr produktive Werkstatt, die in dem zweiten
und dritten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts tätig
war. Das älteste datierte Werk stammt aus dem
Jahre 1513, das jüngste aus dem Jahre 1528. Aus
dieser Werkstatt kann mann zwei Maler deutlich
unterscheiden ;
19. A — den Gehilfen — den Autor der Tafeln aus der
Slowakischen Nationalgalerie (1527), der inneren
loading ...