Instytut Historii Sztuki <Posen> [Editor]
Artium Quaestiones — 14.2003

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ISABELLA WOLDT


3. Paolo de Matteis, Herkules am Scheideweg, 1712, Ólskizze, Miinchen, Alte Pinakothek
Es gibt namlich bislang keine Erlauterung in der Rezeption, die uns die
Verbindung zwischen Shaftesburys Schriften der Characteristicks und
denen der Seconcl Characters erlautern wiirde. Wir wissen nicht genug
daruber, was die beiden publizierten Traktate zur Kunst, die Notion und
der Letter - das Manuskript zu den Second Characters mochte ich an
dieser Stelle nicht einmal erwahnen - mit den Inhalten der Charac-
teristicks zu tun haben. Da das zentrale Thema der Characteristicks die
Morał ist und das der beiden anderen Traktate die Kunst, respektive
dereń Praxis, stellt sich sogleich die Frage, was haben kiinstlerische
Praxis mit Morał gemeinsam.
Wenn man die Abhandlungen der Characteristicks liest, wird man
schnell feststellen, daB Shaftesbury fortwahrend iiber Kunst spricht, sie
bildet einen unabdingbaren Bestandteil seines Denkens. Das Interesse
an Kunsttheorie und Kunstpraxis wird schon wahrend seiner Europarei-
se, der sogenannten „grand tour” (1687-89), wahrend der er insbesondere
Frankreich und Italien bereiste, deutlich16. Danach, in seinen spateren
Traktaten, ist eine Integration des kiinstlerisch schaffenden Aspektes in
16Vgl. Yoitle 1984, S. 18 ff.
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