Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

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gesucht und um Hoche Preise angekauft wird. Das Gewächs zu
Grenzach mag auch in Bälde noch etwas Mehreres und Besseres
hervorbringen, da gnädigste Herrschaft ihre Reben mit lauter
raren Burgunder Stöcken hat anpflanzen lassen und mancher
Burger, wenn sein Boden diese Gattung annimmt, sich Setzlinge
davon verschaffen wird."
„Die Grenzacher erlösen auch ein Ziemliches aus zahmen
und wilden Kirschen, welche daselbst frühe zeitigen und im
benachbarten Basel gut verkauft werden. Das Grenzacher Kir-
schen- oder Kriesew asser ist ehedessen daher gesucht und vor-
läufig gewesen. Der Junker hatte eine Allee aus lauter Kirschen-
bäumen von seinem Hofe bis an den Rhein hinaus, welche billig
ausgebessert und fortgeführt werden sollte."
„Sonsten sind nur zu viel Menschen in diesem Ort,
welche einander vor der Nahrung ligen, weil der Junker seines
Nutzens wegen in der Aufnahme von allerhand fremden Leu-
ten sehr leichtfertig gewesen und besonders manche gesegnete
Jungfer ausgenommen und auswärtiges Volk im Dorfe hat copu-
lieren lassen, so daß dasselbe einem Asyle ähnlich gesehen."
„Die Gemeind" hat im vorigen Jahrhunderte durch Krieg,
Hunger und Pestilenz vieles gelitten, zumalen anno 1638, wo
sich der kaiserliche General von Werth mit den weimarischen
Truppen bei Rheinfelden in eine Schlacht eingelassen; ferners
anno 1675, wo in der Nacht vom 7ten März 260 Mann aus
Hüningen über den Rhein setzten und zu Grenzach 25 Häuser
und 7 Trotten niederbrannten."
Unter der Regierung des edlen Karl Friderich, welcher .
die Landwirtschaft in seinen Gebieten so eifrig zu heben suchte,
sollte auch in Grenzach ein Schritt der Verbesserung geschehen.
Einige Bürger hatten mit befriedigendem Erfolge etliche öde All-
mendstücke an der Rheinhalde in Weingarten verwandelt. Dieses
veranlaßte den Pfarrer Hauber, höchsten Orts zu bewirken,
daß die übrigen herrschaftlichen Halden „zur Förderung solchen
Rebenbaues" an diejenigen Grenzacher überlassen würden, welche
daselbst Wein anpflanzen wollten. Es ergieng deshalb 1769 eine
Verordnung; aber Niemand mochte sich aus die Sache einlassen,
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