Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

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mit Tode abgieng. Um nun den verwickelten Rechtsgang abzu-
schneiden und mit der Landesherrschast in Frieden zu leben, ver-
zichteten die Brüder des Verstorbenen, Hans Rudolf (öster-
reichischer Rath und Obervogt zu Pfirt) und Hans Caspar,
da sie keine Nachkommenschaft hatten, zu Gunsten ihrer fünf
Neffen auf alle Ansprache an die Herrschaft Schwcrstätten und
gaben sie unter der Bedingniß an das Erzhaus auf, daß dasselbe
die Zungen von Schönau mannlehensweise damit belehne.
Dieser Verzicht geschah 1608, und im Sommer 1626 wur-
den die fünf Söhne weiland Herrn Eitelecks von Erzherzog Leo-
pold mit dem Schlosse und den Schloßgü'tern, mit mittlerer und
niederer Gerichtsbarkeit, mit Waldrechten, Jagden und Fischenzen
zu Sch werst ätten, und verschiedenen Einkünften zu Holl-
wangen, Oeflingen und Walbach wirklich- belehnt. Und
seither besitzt die Familie dieses Lehen, welches 1805 mit dem
Breisgau an das badische Haus gefallen M

S ä ck i n g e n.

Mit dem Bahnzuge von Schwerstätten nach Säckingen be-
rührt man den Weiler Brennet, wo eine Haltstelle ist, weil
daselbst die Straßen von Schopfheim und aus dem Werrach-
thale in die Ebene treten. Die Lage und der Charakter dieser
Oertlichkeit lassen es schon ahnen, was die dahinter gelegene
Berggegend dem Wanderer für Genüsse verspricht. Mit sehnsüch-
tigen Blicken nach der Tiefe des romantischen Thaleinganges fuhr
ich weiter, da miws leider unthunlich war, das lange nicht mehr-
gesehene Wehr ') wieder zu besuchen und einen Abstecher aus
der neuen Werrachstraße zu machen.

7) Lehenacten über Schwerstätten von 1608 bis 1793.
1) Der deutsche Lieblingsbuchstabe hat sich auch in diesen Namen
eingedrängt, wo er gerade am wenigsten hingehört; denn der Ort heißt urkund-
lich >Verrs oder rVerrsclr, wie das Wasser, woran er ligt. Wenn sich aber
das erste r in ein k verwandelt, so wird der Namen quantitativ in sein Gegen-
thcil verkehrt.
Badenia, 1858.

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