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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0120

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mi.t den vier seitlichen Zacken rechts des Monogramms zeigt, teilweise sehr
weit. Abweichnngen ergeben sich besonders im Monogramm.

F. Stefnn versuchte in seinem sehr ausführlichen Anssah in den Blät-
tern für Münzfreunde, diese in Kroatien unö Slawonien gesundenen Halb-
stliquen Theoderichs als Prägungen einer von ihm vermuteten ostgotischen
Münzstätte S irmium (Mitrowitz) zu bestimmen. Seiner Zuteilung zu Sir-
mium und dem dadurch gewonnenen Aachweis ostgotischer Prägetätigkeit in
der Hauptstadt der Pannonia II stimmten 2l. Alsöldi und F. Kraus zu^.
Da sich Sirmium und die Pannonia Sirmiensis von 524 bis 536 in ostgotischem
Besitz befanden^o, stände einer solchen Zuteilung an sich nichts im Wege,
wenn die Deweissührung Stefans als völlig schlüssig und gesichert gelten
könnte. Stefan führt solgende Gründe für Prägung in Sirmium an:
Erstens liegen die Fundorte von 3 Halbsiliquen (Ar. 9—10 und das Druch-
stück von Aeu-Banovci bei Stefan Tas. 298, 1 a) auf dem Gebiet öer ost-
gotischen Pannonia Sirmiensis, zweitens sind die sicher in dieser Gegend^ ge-
prägten Silbermünzen öes Gepidenkönigs Kunimund (560/564—567) n ihrem
Stil nach Weiterbildungen der hier behandelten ostgotischen Gruppe und
drittens ist das 8 ^ der in Siscia gefundenen Münze Ar, 8 wahrscheinlich
als Kürzung sür Sirmium aufzufassen. Diese Gründe scheinen mir eine ein-
deutige Zuweisung zu Sirmium nicht zu rechtfertigen. Am aus der Verbrei-
tung Schlüsse zu ziehen, ist die Anzahl der Borkommen zu gering, der Zu-
sammenhang mit den Gepidenmünzen läht sich zwanglos als Aachahmung
verstehen, ohne dah ein für die Zwischenzeit nicht belegtes Fortbestehen einer
Prägestätte angenommen werden muh, und wenn die Zeichen 8 . Ick wirklich
Slrmium bedeuten sollten, dann wäre wohl für die Herkunst von Ar. 8, nicht
aber sür die doch nur verwandten Prägungen Ar. 9—10 unö für die 2Nen-
gener Stücke Klarheit erzielt. Llnsere Kenntnisse von der Organisation der
ostgotischen Münzprägung sind so gering, dah sie öen Aachweis neuer Präge-
stätten aus dem zur Berfügung stehenden numismatischen Material keines-
falls zulassen. Wir kennen zwar die grohen ostgotischen Prägestätten in
Italienih haben aber erst zu untersuchen, ob daneben mcht — wie später im
Frankenreich — eine Prägung durch königliche Monetare einherging, öie an
kleineren Plähen öauernd oder vorübergehend Münzen schlugen. 2m west-
gotischen Spanien sind für öie Zeit der Dormundschaftsregierung Theoderichs
für seinen Enkel Amalarich (d. h. 507—526) derartige Münzmeister bezeugt;
sie waren vielfach und nicht zum Autzen des Staates in den Dienst Privater
getreten, so dah Theoderich in einem Schreiben an seine Deauftragten Am-
pelius und Liuvirit die Abstellung dieses Llebelstandes anordnen muhteck^.
Wäre es auch verfehtt, die für Spanien bezeugten Monetare nun zugleich

o A. Alföldi in Numismat, Literaturblatt 21, 1925—1926, S. 2002 h;
F. Kr aus a. a. O. Annr 10 u. 11 S. 101h, zu Ar. 63—64 u. 75.

io L. Schmidt, Gesch. d. deutschen Stämme 1 (1904—1910), S. 310 f.

" Stefan a. a. O. Taf. 298, 4—10 und Drunsmid in Strena Duli-
ciana (1924) S. 671—673.

12 Kraus S. 5f. Llnter Theoderich sinö Rom, Ravenna und Mailand
sicher nachzuweisen, die auheritalischen Orte Sirmium und Arles müssen aus
der Liste ausscheiden, vgl. oben und Anm. 14. — Ticinus (Pavia) prägte
sicher unter Totila und Teja.

Cassiod. Dar. V 39. 8. M G. Auct. ant. 12, S. 165. Abgefaht zwischen
523 u. 526. „monel35l08 aurem, quo8 8pecialirer in U8nm publicum con^tst in-
vento8, in privarorum cliclicimu8 tl3N8Ü88e compenäium. Oga prae^umptione
8ublat3, pro virium qualilZte functionlbu8 public>8 applicentur."

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