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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0169

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gegenstänöen (durchbohrte Fischzähne, Hirschgrandeln, Schnecken), den Resten
der Äahrungstiere unö Äahrungspflanzen (Haselnuh). äleber das Mesolithi-
kum hat Herr Peters den ersten eingehenden Dericht im Aprilheft 1934 der
„Germania" gegeben (Jahrg. 18 S. 80/89, Taf. 9 unö 10). Das Gesamtergebnis
öer Grabung soll in einer Monographie zusammengefaht weröen, mit deren
Erscheinen zu Ende 1934 gerechnet wird.

Ehrenstetten (2lmt Staufen). Am Oelberg, der von Dr. Zotz ent-
deckten und beschriebenen palaeolithischen Wohnstätte, hat Prof. R. Lais im
August-September die Arbeiten aufgenommen, zu denen die Regierung das
Geld gab. Es hatten sich mancherlei Probleme an öie erste Grabung ange-
knüpft, denen man in jenem Sommer und auch 1934—35 nachgehen muh. Dies-
mal konnte ein interessantes Schichtprofil festgestellt werden. Pros. Lais
schrieb über diese Arbeiten: „Meine Grabungen unö Llntersuchungen ergaben

1. die dringend notwendige Klärung der Streitfragen, öie sich an öie frühere
Grabung von Dr. Zotz anschlossen. Jnsbesonöere konnte öas Verhältnis öer
von ihm gehobenen Funde des Spätmagdaleniens zum Jüngeren Löh ein-
wandfrei aufgehellt werden.

2. wurde in 3—4 m Tiefe unter der heutigen Oberfläche, etwa 1 in tieser als
die Magdaleniensunde, ein Lager von zahlreichen kleingeschlagenen Knochen
von Rhinozeros, Pferd und anderen Tieren, ferner Holzkohle, angebrannte
Knochen, ein schönes Werkzeug aus Rhinozerosknochen, mehrere vielleicht als
Werkzeuge benutzte gröhere Knochenstücke, Knochen mit deutlichen Schnitt-
spuren, die von Feuersteinwerkzeugen herrühren, und ein kleiner Silexabsplih
gefunden. Alle diese Funde lagen an der Dasis öes Jüngeren Löh, gehören
also zur Kulturstufe des Mousterien oder Aurignacien. Sie sind demnach die
Zeugen der bisher ältesten menschlichen Siedlung auf badischem Doden."

An der Ostseite öes Schönbergmassivs in öer Talsenke gegenüber Sölöen
fand Herr E. Peters auf einem frisch gerodeten Ackerstück im Frühjahr 1933
eine Anzahl von Silexabsplissen, die teilweise Bearbeitungsspuren tragen und
nach seiner Nnsicht mesolithischen Alters sind. Jn der Aachbarschast tritt in
einem Streifen neben der Hauptverwerfung öer Trigonoöusdolomit des
oberen Muschelkalkes heraus, dessen Hornstein auch jene Splitter angehören.

Fundstellen bon bearbeiteten Feuersteinen (Meso- oder Neolithikum).

Die Erforschung der steinzeitlichen Kulturreste aus dem südlichenHoch-
schwarzwalö hat erfreuliche Fortschritte gemacht, besonders hat E. Gers-
bach am südlichen Ranö des Hotzenwaldes auf den Gemarkungen Dergalin-
gen und Hungholz (A. Säckingen) weiteres Material beigebracht. Zumeist
sind es Splitter, aber auch einige retuschierte Werkzeuge, so daß man an
Schlagstellen denken möchte. Gersbach macht auf die Derschiedenartigkeit öes
Materials aufmerksam und glaubt, auher Stücken aus Hornstein, der vom Tal
heraufgebracht werden muhte, solche aus Karneol, Quarzit und verquarztem
Sandstein, welche im Boöen öes Südrandes der Hotzenwald-Hochfläche an-
stehen, nachweisen zu können. Leider ist die öer Sucharbeit zur Derfügung
stehende Zeitspanne an sich kurz — zwischen Ernte unö Schneefall —, und
war dies 2ahr durch den frühen Einbruch des Winters auf wenige Sonntage
verkürzt. Eine genauere Aufzählung der Fundstellen soll daher erst später
erfolgen, wenn mehr Material vorliegt. — Vom Feldberggebiet meldet stud.
W. Rest 2 Fundstellen:

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