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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0240

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Liefe überhaupt ausgingen. Die Fundstelle in der Raumecke maß 1 m in
jeöer Ausdehnung. Außerhalb dieser deutlich umgrenzten Stelle fanden sich
in 30 bis 40 cm Tiefe immer wieder einzelne Ziegelreste und Scherben, die
jedoch in 3 bis 4 m Entfernung von 5er Ecke nicht mehr vorhanöen waren.
Ganz vereinzelt lag bei öer bei 21 ansetzenöen Zwischenmauer in 4 m
Abstand von der Ecke das Druchstück einer Tasse aus verzierter Sigillata.
Die Funde außerhalb öer Mauer dürften wohl beim Abtragen mit nach
außen geraten sein. Die bei 2l ansetzende Zwischenmauer saß im Verband 5er
2lußenmauer. Die Ecke wurde 3 m längs der Zwischenmauer und 2,3 m längs
der Äordmauer aufgedeckt (Fläche IX). Es war öie einzige Stelle, an welcher
der Daumbestand die 2lbdeckung von ungestörten Schichten in dieser 2Ius-
dehnung zuließ. Doch fanden sich weder Anhaltspunkte über die Deschaffenheit
öes Fußboöens, noch Spuren einer dem Dau vorausgehenden Besiedelung öer
Stelle. Der Fuhboden lag wohl in öer Höhe öer 1932 angetroffenen Fund-
schicht. 1934 hob sich an den Rändern öer abgedeckten Fläche IX in 90 cm
Höhe über der untersten Fundamentlage eine Schuttschicht (Scherben, -Ziegel,
Steine) deutlich ab. Einen ähnlichen Defund trafen wir 1934 in Schnitt IV
und V (Abb. 95). Daher ist anzunehmen, öaß öer anstehende Lößlehm tennen-
artig als Boden öer Hnnenräume gedient hat.

Der in der Rordostecke von Rorden gegen die Mauer gelegte Schnitt I (Abb.
95 zeigte, daß die antike Oberfläche hier 40 cm unter der heutigen lag. Sie
war gekennzeichnet durch eine knapp 10 cm starke Schicht von Steinen und
Ziegelstücken, die nach Rorden in 3,50 m Entfernung ausgingen. Die östliche
Auhenmauer wurde 1931/32 in ihrer ganzen Ausdehnung, innen und außen,
freigelegt. Sie ist schwächer als die Rordmauer und nicht so sorgfältig unö
gut gefügt aufgeführt. Die bei A im Derbanö der Rordmauer sitzende Zwi-
schenmauer ist zunächst aus 4 m Länge im Aufgehenden vorhanden, öann ab-
gebrochen und nur noch im Fundament erhalten. Ebenso ist öie süöliche
Außenmauer von der Südostecke an auf 4,5 Meter festKustellen, öann ab-
gebrochen und nur im Fundament zu sehen, das sich dann als niedriger
Mauersockel fortsetzt und die Südfront bildet, bis im Abstand von 5 m von
der Südwestecke Wieder aufgehendes Mauerwerk erscheint. Die Außenmauer
im Westen zeigt den gleichen, weniger sorgfältigen Aufbau wie die Ostmauer.
Sie ist noch bis zu 60 cm hoch, davon 30 cm als Fundament. Die Mauer-
steine zeigen wenig Zusammenhang, sie wurden beim Abtragen öer Mauer in
ihrer Lage gelockert. Besonders gut erhalten ist öie Süöwestecke des inneren
tragenden Mauerwerks, das überall 60 cm stark ist (Abb. 95). Die hier zu-
sammenstoßenden Mauerzüge sind ineinandergefügt, und zeigen kunstgerechten
Aufbau aus kleinen Handquadern. Die nicht im Derbanö stehenöe 50 cm
starke Zwischenmauer ist nur in zwei Steinlagen erhalten. Die in der Süö-
westecke der tragenden Mauern ausgeräumte Fläche war mit Mauerschutt an-
gefüllt. der in den unteren Schichten reichlich Kalkmörtel enthielt.

Der Eingang in die inneren Räume ist gekennzeichnet öurch zwei große
Sandsteinquadern von fast genau gleicher Form (Abb. 94). Sie zeigen
an ihrer inneren Seite je eine 10 cm breite Rille. Diese müfsen zur Ver-
ankerung der Lürschwelle oder der senkrechten Pfeiler öes Türgewän-
des gedient haben. Zwischen den beiöen Dlöcken war eine Brandschicht.
Leider konnte der Eingang wegen eines dort stehenden Daumes nicht unter-
sucht werden. Oestlich von der Türstelle, bei Punkt B, waren zwei Mauerstücke
von 50 cm Stärke dem Fußboden (gewachsenen Boden) aufgefetzt, die 2 m

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