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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0343

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dem Topf und 55 cm unter der Eröoberfläche lagen und beim Nachgraben
den Sucher irreführen sollten. Da der Fundplatz im offenen Gelände ohne be-
zeichnende Lage fich befindet, wird es sich wohl um einen ehemalrgen Haus-
fchatz von neuen heilen Stücken und von zerbrochenen Llltsachen für den
Hänöler handeln, der vom Besitzer mit augenscheinlichem Erfolg diebssicher
aufbewahrt worden war. 2n der Nähe der Hedöesheimer Landstrahe stan-
den, auch in einem Keller, zwei grohe Dorratsgefähe aufrecht; daneben lagen
Scherben eines dritten. 2lm Westhang des Atz elberges wurden zwei grohe
Llrnengräber, eines mit 7 Schalen, 2 Henkeltöpfen, 1 Henkeltasse und 1 Spitz-
becher in der grohen bauchigen plrne, deren Hals nicht mehr vorhanöen war,
entdeckt. 2luf Seckenheimer Gemarkung: mehrere Llrnen verschieöener
Gröhe unter öem Dünenweg ohne den gewohnten Knochenascheninhalt, 1 Llr--
nengrab mit kleiner Schale und zwei Mohnkopfnaöeln. Jm ,Mittelfeld' west-
lich des Dünengebietes ergab neben anderen Gruben mit mehr oöer weniger
Scherbeninhalt ein Trichterkeller dünnwandiges poliertes Geschirr: bauchige
und kegelförmige Ääpfe in hoher technischer 23ollendung, ein Dögelchen aus
Ton mit Strichverzierung und einer Oeffnung auf dem Rücken unö am
Schwanzende und das eine Ende mit Horn eines »Mondbildes', mit Gräten-
muster und Sonnenrosetten verziert. Reste von 3 anderen Mondbildern, die
rn unserem Gebiete zum ersten Male auftauchen, ebendort, hinter Wallstaöt
und am Strahenheimer Hof. 3 über 2 m tiefe runöe Keller mit senkrechten
Seitenwänöen und über 2 m Durchmesser, zwei von ihnen auch mit 2keben-
anlagen, lagen unter öen Dünen des Dossenwaldes zwischen den suebischLN
Grubenhäusern, ein kleiner Keller war teilweise durch eine spätere fuebische
Wohngrube angefchnitten; in öer 2kähe lagen noch zwei kleinere weniger tiefe
Keller. 2n die mittlere Hallstattzeit gehört ein Skekettgrab unter öen
Seckenheimer Dünen mit 2 hohlgegossenen Ärmringen mitStrichverzierun-
gen und Stegverbindung zwischen den beiden Pufferenden. Der eine von ihnen
konnte auf dem älmwege über die Staatsanwaltschaft aus einer Sammlung, in
die ihn ein Händler bereits gestiftet hatte, wieder beigebracht Werden.

Die keltische Latenezeit ist hinter Wallstaöt durch eine rechteckige Gru-
benwohnung mit ebener Dodenfläche und zwei grohen Pfostenlöchern in der
Mitte der Schmalseiten vertreten. Mehrere Meter von beiden entfernt lag in
der 2lchse der Pfostenlöcher je ein trichtersörmiger Keller. 2n der ebenfalls
zum ersten Male auftauchenden 2lnlage dieser Zeit fanden sich viele Scherben-
unter denen mehrere Bööen von Omphalosschalen und ein Randstück eines
gröheren Topses mit 2lbsatz zwischen kegelförmigem Hals und Schulter in die
Frühlatenezeit weisen; zwei Spinnwirtel, 1 Webekugel aus Ton unö Stücke
eines dachziegelähnlichen Dacktellers mit rechtwinklig aufgebogenem Rand
sind nvch zu nennen. Äicht weit von dieser 2lnlage fand sich noch ein gröherer
und tiefer trichterförmiger Keller und mehrere kleinere und flachere. Wohl
aus einem Destattungsgrab der Mittelstufe stammen zwei verzierte Wonze-
armringe mit Derdickungen, die im Dünengebiete Westlich des Strahen-
heimer Hofes zutage kamen, während ebenöort ein Trab mit Halsring,
2 Armringen und 2 Deinringen, alle in Hohlguh unö mit gleichen Derzierun-
gen am Manschettenverschluh, durch 2 Dronze- unö 1 Eifenfibel mit umgeschla-
genem Fuh der Frühstufe zugewiesen werden.

Reich sind dann wieder die Funde der germanischen Spätlatenezeit aus der
Hinterlassenschaft der 2keckarsueben, die in der Keramik von der einfachen
Dauernware zur Sigillata- und belgischen Einfuhrware der römischen Zeit
des 1. und 2. Jhs. n. Chr. übergeht. Hinter Wallstadt liegt eine runde
Wohngrübe mit ebener Dodenfläche und 2 grohen Pfostenlöchern und eines
seitlich aNsetzenden Dorratskellers; in der Flucht der beiden Pfostenlöcher
kommt dann in einem um eine Stufe höherliegenöen an das Rund sich an-
schliehenden Dorbau rechteckiger Form ein drittes Pfostenloch. Die dort ge-
fundenen Schevben sind Bauernware der Spätlatenezeit. Ein Einzelfund ist
ein ganzer dickwandiger germanischer Topf mit senkrecht eingeschnittenerStrich-
verzierung; mit einem Scherben der gleichen 2lrt fanö sich auch ein germani-
fcher Dronzesporn mit Eisendorn. Lleberwiegend Hnhalt der römischen Zeit
wiesen 12 kleinere suebische Wohngruben auf; neben einer Rundfibel aus
Weihmetall gehen die schönen anderen Fibeln verschiedener Formen von der
2lucissa-'Form bis ans Enöe des ersten Jahrhunderts. Waren die Sueben bis-
her nur aus den vor 70 Jahren vom Mannheimer Altertumsverein bei

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