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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0384

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gruben mit Feuerstellen auf der Sohle, 0,8-1,3 m tief. — 3. Jn einer beson-
ders tiefen Wohngrube (2,70 m) ein Hockerskelett.

Jechtingen A. Emmendingen-Jechtinger Tal. Anläßlich der Bergung öes
Hockers durch R. Halter (s. u.) wurde öurch einen Suchschnitt nahebei eine fast
kreisrunöe Grube festgestellt und ausgegraben. Jhr Durchmesser betrug unter
dem Ackerboden (35 cm tief) rd. 16O cm, nach unten erweiterte sie sich trichter-
förmig auf 180 cm; Sohle in 80—85 cm Tiefe, fast eben. Fast genau in der
Mitte lag eine Art Mahlstein (Tephrit vom Kaiserstuhl), wenige Zentimeter
östlich ein faustgrvßer Quarzit mit flacher Ober- und Llnterseite; die Schmal-
seite ist auf kurze Entsernung fassettenartig ausgerauht. Südwestlich davon
war die Einsüllung der Grube in 3 cm Stärke und 60 cm Durchmesser schwarz
verfärbt, darüber lagen die Scherben eines dickwandigen Gefähes — und nur
öieses Gefähes — und wenig Tierknochen (Schweine-Oberkiefer u. a.).

Königschaffhausen A. Emmenöingen. Banökeramischer Friedhof s. u. 2. 398.

Herbolzheim A. Emmenöingen. Don der neolith. Grubenwohnung im Stein-
bruch Guth ist im Winter 1934/35 wieöer ein Stück abgeräumt woröen. Keine
Funde gemeldet.

Nendvrf A. Bruchsal. Beim Abbau von Sand und Kiesmassen sür den
Pfinz-Saalbach-Damm wurde Anfang Juli 1935 von umsichtigen Arbeits-
dienstmännern im „Oberen Sandfeld" westlich der Lanöstraße Graben-Aeudors
am Rande der Hochterrasse eine Bestattung der Glockenbecherkultur an-
getroffen. Der Tote — wahrscheinlich in Hockerstellung — habe genau Süd-
Aord-Lage gehabt. On der Südwestecke des Grabes, links vom Kovf, stand ein
Glockenbecher (H. 14,5 cm; Dm. 14,5 cm; Wandstärke ca. 0,7 cm) aus
leöerbraunem Ton mit wahrscheinlich durch einen Farbaustrag erzielter glatter
und rötlichbrauner Oberfläche. Das Gefäß besitzt leicht eingedellten Boden
Die Verzierung besteht aus eingerihten umlaufenden Liniengruppen von 5, 3,
3mal je 2 unö 4 Strichen; die Zone zwischen öen obersten beiden Zweierstrichen
ist mit 3 etwa 5 cm langen Streifen mit Fischgrätenmuster gefüllt, zwischen
diesen verlaufen jeweils 6 senkrechte Strichgruppen aus 4—6 Strichen (siehe
Taf. I. 4) (Garscha).

Weiler A. Sinsheim. Dr. Dauber fanö gelegentlich einer größeren Ve-
gehung Scherben (Siedlungsreste) der Spiralkeramik und damit die ersten
Zeugen donauländischer Besiedlung im inneren Kraichgau (Wahle; 1935).

Ältlußheim A. Mannheim. Am Hochuferrand nördlich des Orts wurde süd-
lich des merowingischen Friedhofs (siehe später) eine schwarze Erdschicht mit
vielen Scherben, darunter auch solchen der Rössener Stufe angetroffen, ohne
daß in dem nicht tiefen Ackerboden über dem Kies die bekannten muldensörmi-
gen Vertiefungen festgestellt werden konnten. Vn der Aähe noch 1 kleiner hoch-
rückiger Schuhleistenkeil und 1 Messerklingenstück aus Feuerstein. Ein gut Stück
weiter südlich von der Scherbenfundstelle wurde durch öen Vagger ein Hocker-
grab angeschnitten, das 3 schön erhaltene Glockenbecher enthielt, von öenen
2 mit Bändern, öie mit Schrägstrichen in Kammstich ausgefüllt waren, der
dritte mit einfachen umlausenden Linien verziert war (Gropengießer; 1935).

Für öie Funde beim Bau der Reichsautobahn s. o. S. 308 fs., ferner
hier Taf. III (Gropengieher).

Jlvesheim A. Mannheim. On der schnurkeramischen Kulturschicht am Atzel-
berg wurde ein Stück weiter untersucht und Scherben, Knochen, 1 Vruchstück
eines durchbohrten Steinbeiles und Steinsplitter gesunden. Zum erstenmal kam
hier auch 1 bandkeramischer Scherben zum Dorschein (Gropengieher; 1935).

Feudenheim A. Mannheim. Am Hochufer in öer Strahe „Am Bogen"
wurde bei einem Hausbau eine Kulturschicht angeschnitten, öie bandkeramische
Scherben, Steinmesserstücke, Reibsteine und rotgebrannten Hüttenlehm lieferte
(Gropengießer; 1935).

Ladenburg A. Mannheim. Jn der Kiesgrube an öer Strahe nach Wall-
stadt wurde im Schwemmlöß ein größerer Wohnplatz unregelmäßigen Grund-
risses angeschnitten unö untersucht; darin viele Scherben der Rössener
Gattung; einige Steingeräte, Knochenpfriemen und 2 Steinbeilchen. Vicht
weit davon lag eine kleinere Wohngrube der gleichen Gattung: daraus Scher-
ben, ein schönes Steinmesser, 1 spitznackiges Steinbeilchen.

Am Vordrand der Kiesgrube ein gut erhaltenes Hockergrab ohne Bei-
gaben (Gropengießer; 1935).

Krensheim A. Tauberbischossheim. Siedlung mit Spiralkeramik (Wahle).

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