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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0395

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schwarzer Erde; öie aufgesammelten unö abgegebenen Scherben sind z. L.
Ha K (Hauptl. Lldrh).

Tiengen 2l. Freiburg. 2lm Südausgang öes Dorfes, an der Straße nach
Munzingen, bei Äeubau Emil Grafmüller wurde auf der Sohle des Kellers
eine Kulturschicht gefunden, die aber nach älntersuchung durch cand. Kimmig
sich in sekundärer Lage befand. Hallstattscherben, ein Spinnwirbel.

Mengen 2l. Freiburg. 1. Äber den späthallstättischen Geschirrfund s. u.
S. 423 (W. Kimmig). — 2. Anläßlich öer 2lusgrabung öes alemannischen
Friedhofs wurden 1935/36 wiederum Wohngruben öer (späten) Hallstattzeit
ausgedeckt (Eckerle).

Jhringen 2l. Freiburg-Kammerten. Bei Äeuanlage eines Weges am un-
teren Teil des „Schlichten" wurden Scherben gefunden; Dr. Weber-Breisach
barg öen Rest; es handelt sich u. a. um mittlere Hallstattzeit.

Wolfenweiler 2l. Freiburg. Dei der Derlegung öer Basler Landstraße
zwischen St. Georgen und Wolfenweiler (s. u.) wurde bei üm 6-j-665 in der
Döschung (östlich) eine schwarze Derfärbung und darin einige Scherben und
größere Klumpen von Hüttenbewurf gefunden (wohl älrnenfelder Zeit).

Oberbergen 2l. Freiburg. a) Direktor Gutmann, Rastatt, übersandte eine
2lnzahl Hallstattscherben (z. T. grafitiert, bemalt), die Major a. D. Reck nach
dem Kriege vom Bürgermeister von Oberbergen bekam und die aus öen „hall-
stattzeitlichen Wohngruben" stammen sollen, die K. S. Gutmann in der Schu-
macherfestschrift 1930 S. 42 von Oberbergen nennt.

b) Diese liegen in der Lehmgrube im Spührenloch. Hier wurde im Frühjahr
1935 ein Kleinkaliberschießstand angelegt und öabei die Kulturschicht ange-
schnitten und großenteils zerstört. Deshalb wurde Dr. Eckerle mit der Äber-
wachung der 2lrbeiten und öer älntersuchung und teilweisen Bergung der
Schicht beauftragt (1.-5. IV.; 25. IV.; 13.-16. V.; 20.-25. V.).

Das Profil ergibt:

ca. 1,90-2,00 m Lehm, meist abgebaut.

0,30 (—0,50) m, locker, braun, lehmig (junger 2lbraum).

(0,30—) 0,80 (-0,95) m öunkelgrau, lettig, öurchsetzt mit vielen schwarzen
und dunkelbraunen Flecken.

(0,30—) 0,90 m grau, lettig, mit viel Holzkohle, mit Scherben, Knochen, ver-
witternden Kaiserstuhlgesteinen; z. T. von hellgrauer Lettenschicht durchsetzt.

0,80 (—1,10) m öunkler Letten mit 2 fundhaltigen Holzkohlestreifen; ver-
einzelte schmale Sandbänder.

Wegen Grundwassers konnte nicht tiefer gegangen weröen

Die Kulturschicht ist in eine Talmulde eingelagert. Trotz Aachforschung
ergab sich nichts von Pfostenlöchern, die Schicht befindet sich in sekundärer
Lagerung. 2lndererseits ist sie gleichmäßig mit Holzkohle durchsetzt und sind
die Scherben nicht gerollt, es kann sich daher um keine Derfrachtung durch den
Bach handeln, sondern wohl um eine 2lrt Schlammfluh. Die Schicht ist sehr
zäh. äim einen möglichst genauen Einblick in ihren Äufbau zu bekommen,
wurde ein Teil an Ort und Stelle vorgeschlämmt, nach Freiburg besördert
und hier ausgeschlämmt (I. Eckerle).

Dach Mitteilung Von Pros. Grüh, Derlin, enthält die kohlige Masse an öer
Jnnenseite des ganzen Gefähes gebrannte Knochensplitter, Weizenschrotmehl,
einen kleinen Brotrest, wilde Hefen als Backorganismen, 2 Menschenhaare,
1 Schweinsborste, 13 Rinöerhaare, Fett, Haselnuhschalen. — Die Scherben
gehören in die jüngere Hallstattzeit (ö—O). Vgl. R. Lais, Der älteste Sup-
pentops aus Baöen. Bad. Vorzeit, Heft 2, März 1936 S. 16.

Mlmannsweier 2l. Lahr. Bei 2lushebung des Schutterentlastungskanals
wurde im Wald westlich von Langenwinkel, nördlich von Punkt 156,0 einige
leicht gerollte Hallstattscherben (u. a. ein Aetzsenker) gesunöen, auf der Kanal-
sohle, also ungesähr 1,20-1,50 m unter dem Boden (Baher).

Scherzheim Ä. Kehl. 2 bronzene Armringe, ein Zufallsfund, wuröen von
hier vorgelegt; sie sind hallstattzeitlich, und damit Willkommener Zuwachs aus
einem bisher fundarmen Gebiet, der die Fundlücke des Hanauer Landes schlie-
hen hilft (Wahle; 1935). 2lbb. Jahresheft der Bad. Heimat, „Offenburg unö
die Ortenau" 1935, S. 54, 2lbb. 2 (Garscha) hier Taf. VI, 1; der Druckstock ist
vom Landesverein Badische Heimat freundlich überlassen.

Zwei breite offene gegossene Bronzearmreife mit massiven doppel-
konischen Endknöpsen (gr. Dm. 8,2 cm). Bei einem Stück fehlt ein Endknops.

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