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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0456

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k) kleiner Topf, Form etwa wie §); unter Aand 4 aufgesetzte längliche
Knubben; leicht abgesetzter Doden, dieser gedellt und ausgewölbt; Ober-
släche geglättet, geschlämmt, leicht poliert; braun; Ton gut; H. 12 cm,
Mü. 11,5 cm; Abb. 184,8.

i) kleiner Topf, Form etwa wie b); unter Ranö 2 sich gegenüberstehende
aufgesetzte Knubben; Oberfläche geglättet, geschlämmt; rotbraun; Ton
mittel; H. 13 cm, Mü. 10 cm; Abb. 184,12;

I<) kleiner Topf mit weich ausgelegtem Rand; Oberfläche roh geglättet, ge-
schlämmt?; braunschwarK; Ton mittel, mit Aügit gemagert; H. 8,5 cm,
Mü. 10,2 cm; Abb. 184,10;

l) flacher, leicht geschweifter Rapf; Boöen innen aufgewölbt; Oberfläche
geglättet, geschlämmt; schwarzgrau; Ton mittel; H. 7,5 cm> Mü. 13,4 cm;
Abb. 184,6;

m) gewölbte Schale mit eingezogenem, dann weich ausgebogenem Rand;
trästig gedellter und ausgewölbter Doden; innen unö auhen sehr gut
geglättet, geschlämmt, glänzend poliert; schwarz; Ton gut; H. 8,6 cm,
Mü. 18 cm; Abb. 184,9;

n) gewölbte Schale; innen und auhen ungleich geglättet, geschlämmt, po-
liert; braunschwarz; Ton mittel; H. 8 cm, Mü. 14 cm; Abb. 184,5;

o) Schale mit steilwandigem Oberteil, leicht gedelltem und warzenartig
aufgewölbtem Doden; innen und auhen gut geglättet, geschlämmt,
stumpf poliert; schwarzgrau; Ton gut-mittel; H. 6,2 cm, Mü. 13,5 cm;
Abb. 184,7;

p) kleine Schale mit steilwandigem Oberteil unö leicht abgesetztem Doden,
öieser schwach gedellt und aufgewölbt; innen um Doden Kehle; innen
und auhen gut geglättet, tongrundig; schwarzgrau; Ton gut; H. 4,7 cm,
Mü. 9,3 cm; Abb. 184,1.

Aicht gezeichnet wurden 2 ganz erhaltene Gefähböden unö eine Anzahl un-
thpischer Scherben, die zu öen Gefähen a—p gehören.

Die Gesähe erweisen sich in ihrer Gesamtheit als bezeichnenöe Vertreter
öer späten Hallstattzeit (Hallstatt O). Sie sind für Oberbaöen wichtig als
erster gröherer Fundkomplex, der einen Einblick in öen keramischen Formen-
schatz einer Zeit gewährt, die uns überwiegend nur aus öer glanzvoll entsal-
teten Metallindustrie bekannt ist.

Ohne einer in Dorbereitung befinölichen Gesamtbearbeitung öer reinen
Hallstattkultur Oberbadens vorgreifen zu wollen, sei hier eine kurze Analyse
des Formenschatzes sowie einiges Dergleichsmaterial angegeben.

Derzierungselemente wie Fingertupfen auf dem nach auhen geschrägten
Rand (Abb. 184,2), aufgesetzte, meist gekerbte oder getupfte Leisten (Abb. 184,
2-4), seltener auch (die hier auherordentlich häufigen) Knubben, die gelegentlich
noch wie ruöimentäre Henkel prosiliert sind (Abb. 184,8,12-13), können direkt
auf die älrnenfelderkultur (Hallstatt ^ u. 6) zurückgeführt werden. Die ausge-
setzte Leiste sitzt in dieser Perioöe sast immer aus der Schulter, nur selten imRanö-
knick (ein paar Deispiele etwa in Burkheim a. K.)> während letzteres im all-
gemeinen ein gutes Merkmal für eine späte Ansehung (Hallstatt S—O) dar-
stellt. älrnenfeldertradition dürften dann auch die kleinen, häufig eingedellten
Döden der Schalen sein (Abb. 184,7,9), währenö das Steilstellen öes Oberteils
an dieser Gefähform wieder eine bezeichnende Erscheinung der entwickeltenHall-
stattzeit ist. Der Rachweis eines Fortlebens gewisser Llrnenfelderelemente
für das Oberrheintal gewinnt noch an Jnteresse im Hinblick auf die älnter-
suchungen von W. Dehn, der neueröings für das Mittelrheingebiet eine un-
gebrochene Entwicklung der Llrnenfelöer bis Hallstatt O aufzeigen konnte
(Katalog Kreuznach, Dissertation Marburg). Charakteristisch für eine späte
Datierung sind dann die weich ausgebogenen Ränder; bei keinem einzigen
Gefäh ist mehr die scharfkantige Ranöprofilierung, wie sie so überaus bezeich-
nend für die älrnenfelderzeit ist, festzustellen. Eine Form wie Abb. 184,11 leitet

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