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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 3.1933/​1935(1936)

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https://doi.org/10.11588/diglit.27454#0457

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schon deutlich ins Latene über. Hanö in Hanö mit öer Verflauung öer Form
geht eine aufsallenöe Verschlechterung der Qualität. Der Ton ist auch bei
seineren Gesäßen häusig grob gemagert, öie Obersläche meist ungleich unö
roh verstrichen. Die ehemals so sorgfältige Schlämmung, verbunöen mit oft
spiegelnöer Politur, weicht tongrundig rauhen Flächen; öie häusig öas ganze
Gefäh überztehenöe reiche Ornamentik ist bis auf öie schlichte Kerb- und Fin-
gertupfenverzierung verschwunden. Sinzig öie Schale (Abb. 184,9) erinnert in
ihrer technischen Dehandlung an früheres Können. Die Formen sinö ziemtich
einförmig. Schalen, Knubbentöpschen unö Gefäße mit hochsitzenöer Leiste fin-
den sich in eintöniger Fülle. Die hochbauchige, fast übertriebene Dirnform
öes großen Gefäßes (Abb. 185,1) öürfte eine Weiterbilöung öer Hallstatt-O
älrne sein. Rotfärbung überrascht in dieser Periode nicht unö führt ebenfalls
in öen jüngeren Ärnenfelöerkreis (Hallstatt 6; Fhringen, Gündlingen) Kurück.

Derwandte Keramik ist in Oberbaöen sehr selten. In Gräbern fehlt sie
bislang völlig. An Sieölungen wären zu nennen: Mengen, im alemannischen
GräberfelkQ; Oberbergen^; Forchheim^. Zeitlich hierher gehörig, wenngleich
mit zum Teil an die Alb anzuschließenöe Keramik, Bittelbrunn> und Dang-
stetten o.

Vergleichsmaterial im einzelnen finöet sich zahlreich im Mittelrheingebiet.
Besonders ist hier öer Wihberg bei Gaubickelheim o zu nennen. Hier beob-
achten wir öen öurch Kerbtupfen gewellten Ranö, Töpfe mit hochsitzender,
zopfartiger Tupfenleiste unö Schalen mit weich ausgebogenem Aand. Ge-
legentlich erscheint hier eine Derzierung, die durch einen abgerollten Wenöel-
ring hergestellt ist und auch hieröurch ihren späthallstättischen Charakter er-
weist. Selten sind Graphitwinkel, öie öieses vorwiegenö in öer mittelhall-
stättischen Periode beliebte Ornament fortsetzen. — Eine geläufige Erscheinung
ist öer bauchige Topf von der Form Mengen (Abb. 184, 3) mit starkvariierenöer
Randbilöung, öer im einzelnen oft schwer genau zu öatieren ist. Beispiele
hierfür sind: Worms Aölerberg', FintherO Partenheim^, Alzeyio, Heil-
bronnn, WeinheimO (r>on ungewöhnlicher Gröhe), Tauberbischofsheimib,
Forchheim", Oberbergeni°, und Rafz, Kt. Zürich".

Sehr charakteristisch ist auch öie Schalenform mit öer erst unmittelbar
unter öem Ranö erfolgten Einziehung, eine Eigentümlichkeit, öie sich genau fo
auch auf kleine Töpschen unö Becher überträgt. An Parallelen wäre hier zu
nennen: Der schon öfters erwähnte Wißberg, serner KostheimO öann zeitlich

i unveröfsentlicht Freiburg.

^ unveröffentlicht Freiburg.

s Bad. Fundber. I!I, 1935, 187. Abb. 83 (Läis).

i Revellio in Schriften d. hift. Der. der Baar u. älmgebung, Donaueschln-
gen, 1924, Taf. I, Abb. 1.

o Wagner: Funöstätten u. Funde I, 130, Fig. 82 6.

o Behrens: Bodenurkunden aus Rheinhessen, S. 45, 46.

? Dehrens: a. a. O. Abb. 166.

8 Dehrens: a. a. O. Abb. 137.

o Behrens: a. a. O. Abb. 146.

Behrens: a. a. O. Abb. 148.

ii Funöber. Schwaben IX, 1901, 21.

12 Wagner: a. a. O. II, 250, Fig. 218.

13 Wagner: a. a. O. II, 453, Fig. 347.

ii siehe Anm. 3.

io siehe Anm. 2.

10 Lanöesmuseum Zürich; 13. Iahresber. ö. Schweiz. Ges. f. älrgesch. 1921,
54, Taf. V.

11 Dehrens: a. a. O. Abb. 164.

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