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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 13.1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.42015#0033

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Funöschau

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Mannheim, Hermsheimer Dösfeld (hinter dem Flugplatz). Del einer Kabellegung
wurde am 5. 5. 36 ein Grab des merowingischen Friedhofes angeschnitten, aus dem noch
1 Bronzeschnalle und 1 Eisenmesser gerettet werden konnten (Gropengießer).
Mauchen (A.Müllheim). Plattengrab, gefunden beim Rigolen im Frühjahr 1933, in
Schulsammlung Schliengen.
Mengen (A.Freiburg). Die Ausgrabung in dem alemannischen Friedhof wurde von
Dr. -I. Eckerle von 17. 9.-10. 11. 36 weitergeführt und dabei (außer den oben genannten
Hallstattfunden) Grab 675—749 untersucht. Dgl. unten unter „Beiträge".
Munzingen (A.Freiburg). 2m Besitz des Grafen Kageneck ein Sax und ein Tongefäß,
beide alemannisch aus Gräbern in Flur Waldkinzig, die bei Anlegen einer Spargelanlage
zutage kamen (vgl. E. Wagner l, 218) (Eckerle).
Obergrombach (A.Bruchsal). Bezirkspfleger Bauer in Bruchsal fand unter Zugrunde-
legung älterer Bachrichten über Zufallsfunde den Reihengräberfriedhof des Ortes und
legte in planmäßiger Grabung, die von den Städten Bruchsal und Obergrombach getragen
wurde, bis Ende des Jahres 115 Bestattungen frei. Er berichtete darüber in dem neuen
Heimatbuch von F. B. Beck, 600 Jahre Obergrombach (Wahle).
Ofsenburg-Krummer. Durch Gas- und Wasserleitung wurden in dem bekannten ale-
mannischen Friedhof einige Gräber geöffnet (Bayer).
Singen a.H. (A.Konstanz), Adolf-Hitler-Straße. Drei Gräber bei Kanalisationsarbei-
ten: Grab 1 (Tiefe 1,7 m) dabei ein Eisenmesser (L. 9,5 cm). — Grab 2: Westlich Grab 1;
Beigaben: 1. Sax (L. 34; Griff 7; Br. 4 cm). 2. Bronzering (Dm. 3 cm) von flach-
ovalem Querschnitt (3 mm). — Grab 3: Skelett früher gestört, dabei flachovale Gürtel-
schnalle aus Eisen (4,5 : 2,5 cm) (A. Funk).
Stockach-Rißtorf (A.Stockach). In der Mühlherr'schen Kiesgrube an der Straße von
Stockach nach Rißtorf wurden im Winter 1935/36 erneut eine Reihe alemannischer Gräber
angeschnitten und vom Kiesgrubenbesitzer (2. Wagner) gemeldet. Diese Gräber schließen
genau an die im Sommer 1931 ausgegrabenen an (vgl. Bad. Fber. II, 1932, 388). 2m
Frühjahr 1936 wurden durch Lehrer Aug. Eckerle-Mühlingen (Teilnehmer am Schulungs-
kurs 1935 in Mengen) insgesamt 13 Gräber mit 15 Bestattungen freigelegt. Die Erhaltung
der Skelette war unterschiedlich. An Beigaben wurden z. T. sehr schöne Stücke geborgen.
Allem Anschein nach verbreitert sich das Gräberfeld nach Osten zu. Weitere Untersuchun-
gen sind mit dem Fortschreiten des Grubenbetriebs in Aussicht genommen. Die Veröffent-
lichung der diesjährigen Funde soll gemeinsam mit den älteren später erfolgen (Garscha).
Straßenheimer Hof (A.Mannheim), Sandgrube. Bon dem fränkischen Friedhof kamen
im Lause des Jahres noch 5 weitere Gräber hinzu, so daß die Zahl der bis jetzt beobachteten
Gräber auf 83 sich beläuft. Ämter den Beigaben der z. T. gestörten Gräber befinden sich:
1 Spatha mit Scheidenfassung und Verzierung, Skramasax, Sax, Schildbuckel mit -fessel,
Gürtelschnallen aus Bronze und silbertauschiertem Eisen, Kämme, reichlich Tonware,
Gläser, Perlen, Messer (Gember).
Weizen (A.Waldshut). 2m Anwesen des Jagdaufsehers Buntru stieß man bei der
Vertiefung der bisherigen Jauchegrube auf Plattengräber, die von Hauptlehrer I. Schnei-
der am 18. 5. 36 geborgen wurden. In dem engen Raum von 9:3m lagen 8 Gräber (da-
von 7 in Steinkisten), bis zu 2 m unter dem Stallboden. Die Skelette waren durch die
Jauche stark beschädigt. Nur in Grab 6 (Steinkiste) kamen Beigaben — 2 Ohrringe aus
Bronze — zutage. Einige Gräber waren nacheinander mehrfach belegt. Eine Steinkiste
wurde nach Waldshut ins Heimatmuseum gebracht. — Bei Aushebung der Baugrube des
Hauses soll man 1858 auch auf Platten gestoßen fein; ebenso seien bei Ausheben des Kellers
im östlichen Nachbarhaus 1868/70 Waffen gefunden worden; vielleicht stammt daher eine
goldene Scheibenfibel im Museum Schaffhausen (I. Schneider).
Whhlen (A.Lörrach), s. u. unter „Beiträge".
Wutöschingen (A.Waldshut)—Storchengarten. Vor dem Krieg fand der (gefallene)
Bruder des jetzigen Ortsbauernführers Maier beim Ausheben von Baumlöchern an zwei
Stellen zahlreiche Knochen, ebenso stieß man auf dem Grundstück der Witwe Fettig auf
Platten und Knochen. Wilhelm Jsele meldete im Juli 1936 beim Hausbau von einer
Stelle einen Schädel und angeblich auch eine Lanzenspitze, von einer anderen Knochen,
 
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