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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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https://doi.org/10.11588/diglit.42535#0070

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E. Krüger

der es aber nicht zu erklären vermochte. Aach dem Kriege erhielt er den Stein von
dem Bauern geschenkt, verwahrte ihn zunächst im Hause seines Vaters aus und gab
ihn nach dessen Tode 1932 als Leihgabe in das werdende Heimatmuseum St. Geor-
gen. Im Winter 1935 sah ihn Pro-f. Revellio mit Eis bedeckt im Garten der Ge-
werbehalle liegen und drang aus die Verbringung in einen Innenraum, was aber
erst Ianuar 1937 durch Dr. Heinemann selbst beim Ordnen der alten Klostersteine
geschah.
Aach Angabe des Bauern befand sich unter den übrigen Steinen des Rauch-
kammergewölbes nichts Zugehöriges. Im Sommer 1937 hat er in seinem Hof eine
Güllengrube gegraben, aber es konnte weder im Aushub noch in der Grube selbst
von Revellio etwas gefunden werden, was auf eine frühere Besiedlung des Platzes
hätte schließen lassen (Abb. 1).


Abb. 1. Drigachquelle.

„Der Block besteht aus rötlich grauem bis rötlich violettem Buntsandstein von ziemlich
gleichmäßigem Korn aus trüben Quarzkristallen, zwischen denen das Bindemittel voll-
ständig zurücktritt. Er dürfte dem mittleren Buntsandstein entstammenDa die einzelnen
Quarzkristalle besonders sich an den Stellen, die bearbeitet wurden, leicht herauslösen, sind
die ehemals scharfen Konturen des Reliefs heute abgeflaut. Der Block hat eine Länge von
56 cm und eine Höhe von 27 cm. Da die Rückseite sehr nachlässig behauen ist, ist die Dicke
verschieden. An der oberen Kante beträgt sie 10—12 cm, an den beiden unteren Ecken noch
6 cm. Die alte Begrenzung der Relieftafel dürste nur noch an dem oberen Teil der linken
Seite erhalten sein, wo die Stoßfläche verhältnismäßig sauber behandelt ist, und in der
Mitte der unteren Kante. Rur wenig dürfte an der rechten Seite fehlen. Beschädigt ist die
obere Kante des Reliefs. Schon hier war früher die Beschädigung nicht so groß, wie die
Aufnahme von Dr. Heinemann aus dem Jahre 1914 zeigt (Taf. VIII). Stark gelitten hat
die linke untere Ecke, und zwar erst in neuerer Zeit. Die Heinemannsche Aufnahme zeigt
hier den das Relief umsäumenden erhabenen Rand noch erhalten bis zum Postament links.
Bon der rechten unteren Ecke fehlt nur wenig, von der Bildfläche nichts: denn der das

? Rach Dr. B. Heinemann steht der Stein auf den Höhen südlich von St. Georgen an.
Heinemann weist ferner darauf hin, daß im Grünöungsbericht des Klosters St. Georgen
1084 ein „Welchenfeld", in der Luftlinie etwa 6 !<m südöstlich der Drigachquelle, erwähnt
wird.
 
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