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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 14.1938

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https://doi.org/10.11588/diglit.42535#0078

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P. Stemmermann

weise die Funde nicht verletzen, so kostete das sehr viel Zeit und Mühe. Immerhin
gelang es so, die unmittelbar durch den Bau gefährdeten Gräber zu retten. Der
Rest der Ausgrabung wurde auf wärmere Tage verschoben.
Da die ersten Skelette alle in west-östlicher Richtung gelegen waren, wurden
durch das ganze Fundgebiet 6 lange Gräben im Abstand von nicht ganz 2 m in
nordsüdlicher Richtung gezogen. Eine genau parallele Anlage der Gräben war nicht
möglich, da auf Schienen, Erdwälle und dergl. Rücksicht genommen werden mußte,
doch lagen die Gräben zueinander so, daß bestimmt jedes Grab in ihrem Bereich

Abb. 1. Heidelberg-Kirchheim. 1 : 750.


angeschnitten worden wäre. Dies bestätigte auch die später vorgenommene Senkung
und Abgrabung des ganzen Geländes, bei welcher keine weiteren Funde zutage
kamen. Im Zug dieser Arbeiten wurde der Rest von Skelett 2, ferner die Gräber 4.
6 und 7 freigelegt. Mit Nr. 5 wurde die Fundstelle eines Henkeltöpschens bezeichnet,
das ohne Grabzusammenhang im Boden lag. Die Suchgräben stießen nach Norden
und Süden weit ins Leere und zeigten die Grenzen unseres Gräberfeldes an. Zwei
östlich angelegte Suchgräben blieben ebenfalls ergebnislos. Nur nach Westen hin
konnte wegen dort lagernden Schuttes die Grabung nicht abgeschlossen werden.
Am 17. Juni 1936 war dieser soweit beseitigt, daß die Grabung wieder ausgenom-
men werden konnte. Schon am Tage vorher aber waren in einer Höhe, in der man
noch keine Funde erwartete, nämlich durchschnittlich 6O-7O cm über dem Boden der
Gräber eine Glasschale und ein Tongefäß bei Stelle 8 zutage gekommen. Bei
Stelle 9 fand Rindsfüher in derselben Schicht eine Sigillataschale, die Reste von
Br an da sch e enthielt. Bei Stelle 11 kam der Oberteil eines Skelettes zutage, dessen
Unterteil offenbar bei früheren Grabarbeiten beseitigt worden war. Leider wurde
in der Nacht vor Beginn der systematischen Grabung ein Grab (10) durch Schatz-
gräber vernichtet. Die Skeletteile konnten noch aufgefunden und danach das Grab
eingemessen werden. Die Grabung selbst brachte 3 Skelette nebeneinander zum Vor-
 
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