Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 15.1939

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Fr. Kuhn

gefunden. Diese stehen mit dem Gräberfeld in keinem inneren Zusammenhang. Sie
bilden jedoch einen Beitrag für die Geschichte der Loloma ^.u^u5ta Kaurica auf
der anderen Seite Les Rheines und geben weiterhin die Möglichkeit, in Verbindung
mit Funden anderwärts, Licht zu bringen in die Herrschaftsverhältnisse der rechts-
rheinischen Gebiete während der dunklen Jahrzehnte vor dem großen Vormarsch
der Römer in den Fahren 73/74 n.Chr., der zur Besetzung des Decumatlandes
führte. Aus diesem Grunde soll die Veröffentlichung der Sigillatenfunde vorweg-
genommen werden.
Die Stücke fanden sich zum überwiegenden Teil in größeren oder kleineren
Gruben, manche auch in der Einfüllung der alemannischen Gräber. Die Gruben
lagen im Westabschnitt des Friedhofes im allgemeinen in einer Fläche, die sich in
rund 60 ra Länge und 10 na Breite am Rhein hinzieht. Wagner, der in den acht-
ziger Fahren mit den Ausgrabungen in der östlichen Hälfte des Alemannenfried-
hoses von Herten begann, erwähnt in seinem Funkbericht? nichts von Sigillaten
oder Gruben. Die genaue Lage der Fundstellen im Gesamtbild des Friedhofes und
dessen Verhältnis zum spätrömischen Brückenkopf ist für diese Arbeit unwesentlich.
Sie wird aus dem Plan zu ersehen sein, der s. Zt. der Veröffentlichung des
Alemannenfriedhofes von Herten beigegeben wird.



Abb. 2. Herten, stz.
a: Grube 255,1; b: Grab 196,6; c; Grab 196,10; ä: Grab 196,2; e; Grab 206;
l: Grab 248; Grube 215; b: Grab 196,8; i: Grube 237; k: Grab 246;
1: Grube 255,2; m: Grube 255,2.

Die Sigillaten.

Grab Ick 17: Bodenscherbe eines Tellers mit Bruchstück eines Stempels dck.
Grab ick 23: Splitter vom Fußstück eines Gefäßes.
Grab ick 25: Wandscherbe eines Kruges aus gelbem Ton mit sigillataähn-
lichem Äberzug.
Grube R: In 40 cirr Tiefe zahlreiche Ziegelbrocken und Sandsteine, Stücke
einer Amphora und viele Topfscherben. An T. S. eine kleine Wandscherbe und
Randstück einer Tasse von gelblichroter Farbe und weichem Ton, Form Drag. 33.
Mitte des 2. Fahrhunderts.

WestLtsch. Ztschr. für Geschichte und Kunst. IX, 1890, 155 ff.
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