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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0021

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Funöschau

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in extremer H o ck e r st e ll u ng. Außerhalb der Grabbeifüllung waren in einem Falle
(Fundpt. 69) von Pfostenlöchern herrührende Verfärbungen erkennbar. Es muß angenom-
men werden, daß über dem Grab «eine Art Totenhaus staüö, wie dies bei einem
Vrandgrab der jüngeren Urnenfelöerzeit (Bad. Fundber. 14, 1938, 15) ein paar hundert
Meter östlich der Fundstelle beobachtet wurde. In geringer Entfernung davon wurde ein
weiteres Frauengrab untersucht, in welchem unter einer mächtigen Steinpackung neben
der gestreckten Bestattung (W/O) die Beigaben (4 Gefäße, Tierknochen usw.) lagen. Eine
dicke, stark von organischen Resten durchsetzte Branöschicht von fast IO cm Dicke und etw-a
2 gm Flüche deutet auf ein Totenfsuer neben 'dem Grab. Schließlich wurde ein Teil
eines Ringgrabens der mittleren Hallstattzeit (Dm. ca. 16 m), untersucht. In diesem
Graben, dessen Enduntersuchung noch bevorsteht, fanden sich Brandstellen und Scherben
sowie im Osten eine große Steinpackung. Ob im Mittelpunkt des Ringes ein Grab
liegt, wird die vorgesehene Ausgrabung zeigen. Eine ausführliche Veröffentlichung erfolgt
später (Garscha).
Stockach—Rißtorf (Stockach). Bei der Untersuchung der alemannischen Gräber, am
Rordranö der Mühlherr'schen Kiesgrube, an der Straße von Stockach nach dem Ortsteil
Rißtorf. unmittelbar vor dem Ortseingang von Rißtorf, wurden zwischen den Gräbern 28
und 46 in O,8O m Tiefe in sandigem Lehm nebeneinander 5 Gefäße der mittleren Hall-
stattzeit (S) und Reste von Leichenbrand gefunden. Wahrscheinlich handelt es sich um ein
Brandgrab. Die Ergänzung der Gefäße ergab: 1. Bombentopf, graphitiert (Dm. 25:
Rand 21,5; H. ca. 14 cm). — 2. Graubraune Schale, mit eingestelltem Bosten (Dm. 19,5;
H. 7,3 cm). — 3. Des gl. (Dm. 15,7; H. 6,5 cm). — 4. Kleines graubraunes Schälchen
mit leicht eingezogenem Rand (Dm. 8,7; H. 4,8 cm). — 5. Lederbraunes Gefäß (H. ca. 7;
Randdm. 7,5; Dm. 9 cm).
Rahe bei den alemannischen Gräbern 35 und 36 beobachtete H. Hinz eine Anzahl Pfo-
stenlöchcr, mit Resten von Kulturfchicht, so daß an dieser Stelle eine hallstattzeitliche Sied-
lung angenommen werden darf (Garscha).
Latenezeit.
Voran steht die Entdeckung der Biereckschanze von Schönfeld in Nordost-
baden, die die Ausstellung von E. Wahle bei K. Neckermann, Heimatscholle Bilch-
band vermehrt; sie wird der Reichsautobahn verdankt, die zugleich zur Unter-
suchung zwingt. Mögen dabei die Fragen gelöst werden, die seit der Antersuchung
der benachbarten Viereckschanze von Gerichtstetten durch K. Schumacher erörtert
werden; die bisher gemachten jungsteinzeitlichen und mittelalterlichen Funde sind
eine unerwartete Dreingabe. Die Siedlungsstelle bei Waldshut und das Grab von
Roh und Mann bei Ihringen warten noch auf endgültige Klärung. Skelettgräber
lieferten Inzlingen, Mahlberg und Seefelden, Wohngruben Breisach-Hochstetten
und Cndingen^.
Bad Krozingen (Müllheim). In der Gärtnerei Lorenz kamen wieder zahlreiche vor-
römische Scherben, Wohl vorwiegend der Latenezeit angehörend, zutage (St. Unser).
Breisach—Hochstetten (Freiburg). In Flur „Klosteräcker" wurden im Februar auf
dem Grundstück Wolf und dicht am kleinen Hochwasserdamm drei Gruben angeschnitten.
Durchmesser 2,2 bis 2,5 m, Tiefe der Sohlen 1,25 bis 1,60 m unter der Ackeroberfläche
Dunkle, kiesreiche Füllung mit zahlreichen Scherben und Tierknochen. Meldung erfolgte
durch Vorarbeiter Fritsch, Buchheim (St. Unser).
" R. Bah hat einen Fladen aus der Latene-Siedlung Breisach-H o ch st e t t e n unter-
sucht. „Dieser enthält sehr wenig zirka 0,05 mm große Quarzsplitter. Ich kann die Ansicht
des Untersuchers (W. Müller-Stoll, Bad. Fber. 13, 1937, 91 ff.), daß es sich um ein aus
feingemahlenem Mehl und durch Sauerteig gehobenes Weißbrot handelt, nur bestätigen."
(Roland Bay, Basel, Prähistorisches Brot und seine Bedeutung für die Abkauung der
Zähne. SA aus Bulletin d. Schweiz. Ges. f. Anthr. u. Ethnol. 1938/39, S. 1; ferner in:
XI. Tätigkeitsbericht der Raturforsch. Ges. Baselland 1936P8, S. 29.)

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