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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0068

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P. H. Stemmermann und C. Koch

zwar für den oberen Wall wie für den inneren Wall der vorderen Kuppe eine
Datierungsmöglichkeit. Die Mauer dürfte demnach überall gleichzeitig sein mit
den zahlreichen, auf der ganzen Höhe des Berges vorkvmmenden Latanefun-
den, die aber nicht, wie es im Schrifttum durchweg heißt, der späten Stufe ange-
hören, sondern sämtlich als frühlatenezeitlich anzusehen sind. Sowohl der Topf mit
geschweifter Wand und weiter Mündung (Abb. 9, a) wie die mit einem leder-
gelben feinen Glattüberzug versehene Schale mit Randkehle (Abb. 9, n) und die


Abb. 8. Heidelberg-Heiliger Berg. Arnenfelderzeitliche Keramik.

Schüsseln mit eingezogenem Rand (Abb. 9, c, 6, e) sind nur in die frühe Latene-
zeit einzuordnen. Zweifeln könnte man lediglich bezüglich der kämm- und strich-
verzierten Scherben (Abb. 9, Z, b, i, ü, I), da diese Verzierungsweise sowohl in
Frühlatene, wie auch besonders gern in Spätlatene vorkommt. Aber abgesehen
davon, daß kein einziger sicher spätlatenezeitlich datierbarer Scherben vorkommt, -
gedrehte Ware fehlt gänzlich, — stellen sich unsere kämm- und besenstrichverzierten
Stücke durch die Gleichartigkeit ihres Tons mit den anderen Latenescherben vom
Heiligen Berg eindeutig in die frühe Latenezeit. Hierher gehört auch der schlichte
Reif mit Pufferenden, der einzige Metallfund der Lateneperiode (Abb. 9, b).
Beachtung verdient der Amstand, daß im Gegensatz zu andern entsprechenden
Anlagen, in denen meist Spätlatenematerial gesunden wurde, während solches aus
 
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