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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 16.1940

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https://doi.org/10.11588/diglit.42537#0104

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102

R. Rierhaus



Abb. 6. Breisach-Münsterberg. Llrnenfelderzeitliche Scherben (1—3) und späthallstättische
Doppelschälchenfibel (4). 1 aus der Radbrunnenstrahe, 2—4 aus der Schlohplatzstraße.
Maßstab 1:2.

Scherben. Einen genauen Anhallspunkt, bis wann der verfärbte Löß b aufgefüllt worden
fein Mußte, ergab die in den verfärbten Löß eingetiefte Trichtergrube i, die maximal
0,95 ni tief und 0,L0 m breit war. Sie enthielt außer schwarzgrauen Scherben von Schalen
mit eingezogenem Rand des älteren Latene die späthallstättische Doppelschälchenfibe!
Abb. 6, 4. Außerdem fand sich 6,20—7,20 in nördlich des Rordrandes von Profil Abb. 5
in rd. 1 in Tiefe unter dem spätrömischen Fundament eine etwa 4 ein starke Feuerstelle im
verfärbten Löß b. In ihr lagen ein paar Scherbchen, die meistens untypisch sind, darunter
jedoch ein dünnwandiges, lederbraunes, beiderseits geglättetes, das eher Hallstatt- als
urnenfelderzeitlich ist. Beide Befunde beweisen, daß der verfärbte Löh k in späthallstätti-
scher oder spätestens in der Frühlatene-Zeit an Ort und Stelle gelegen haben muß. —
Die ebenfalls in den verfärbten Löß b eingetiefte Grube ü war ohne archäologischen Inhalt.
Endlich noch eine botanische Be-
sonderheit: Im unberührten Löh c
traten unter der urnenfelderzeitlichen
Kulturschicht ci in bis zu 4 in Tiefe
braune, fingerartige Verfärbungen 1
aus, die meist winzige Kieselsteinchen,
aber keine archäologischen Einschlüs¬
se enthielten. Die Verfärbungen
machten bei der Grabung anfänglich
zu schaffen, da der unberührte Löß
an manchen Stellen vom verfärbten
Löß der vorgeschichtlichen Grubenein¬
füllungen kaum zu unterscheiden war:
sie konnten aber endlich als von ver-
moderten Baumwurzeln herrührend
erkannt werden. R. Lais bestätigte
freundlicherweise diesen Befund un¬
ter Hinweis auf ein ähnliches Vor-
kommen in der Höhle von St. Brais


Abb. 7. Breisach-Münsterberg. Bruchstück
eines urnenfelderzeitlichen Tellers aus der
Radbrunnenstraße. (— Abb. 6, 1). Maßstab
2:3.
 
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