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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0222

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218

Fundschau 1944—1948: Jungsteinzeit

Guttenbach (Mosbach), Ortsetter.
Um 1936 fand Landwirt Dollinger beim Bau eines Silos auf seiner Hofraite
in 1,5 m Tiefe eine einseitig gewölbte Steinhacke von 14,2 cm Länge, die in den
Bereich der bandkeramischen oder Rössener Kulturgruppe gehören dürfte.
Mtbl. 34 Mosbach. — Verbleib: Heimatmuseum Mosbach. (Dauber)
Hochsal (Säckingen) „Hofmatt“.
Im Mai 1947 wurde am Westausgang des Ortes an der Straße nach Binzgen
gegenüber der Kirche von Hochsal ein kleines Serpentinbeilchen von 5,4 cm
Länge gefunden, vgl. Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 67.
Mtbl. 157 Laufenburg. — Verbleib: Heimatmuseum Säckingen. (Em. Gersbach)
Lörrach „Lucke“.
1948 fand der Berliner Arzt Dr. Marcuse im Bereich der Paßhöhe an der Straße
Binzen—Rotteln—Lörrach neben bearbeiteten Feuersteinen den noch 8,8 cm
langen Nackenteil eines spitznackigen Feuersteinbeiles vom Typus Weisweil
(vgl. Bad. Fundber. III, 1933—1936, 191; 17, 1941—1947, 262 Taf. 66, 1). Das
Stück ist oberflächlich leicht aufgerauht und von goldgelber Farbe (Taf. 33, 6).
Zum Vergleich wird das in Bad. Fundber. 13, 1937, 11 erwähnte, aber noch
nicht abgebildete Beilbruchstück gleichen Typs von Efringen-Kirchen (Ldkrs.
Lörrach) vorgelegt (Taf. 33, 8).
Das Efringer Beil wurde bei der Auffindung zerschlagen, eine spätere Nach-
suche nach den übrigen Teilen blieb ohne Erfolg. Das noch 11,8 cm lange
Bruchstück ist aus Isteiner Jaspis gearbeitet, völlig glatt und goldgelb wie das
Lörracher Beil.
Beide Beilbruchstücke weisen alle Merkmale auf, wie sie G. Kraft bei der Be-
kanntgabe des vollständigen Beiles von Weisweil (Ldkrs. Emmendingen) heraus-
gestellt hat. Kennzeichnend ist die überaus sorgfältige Übermuschelung, die
messerscharfen, völlig geraden Längsbahnen und die einseitige Angabe eines
Mittelgrates, der jedoch nur auf dem Nackenteil ausgebildet ist. Wieder ver-
blüfft die vollendete technische Ausführung; sie läßt an die gleiche Werkstatt
denken, wenn auch nicht an den gleichen Meister. Mit den beiden aus unmit-
telbarer Nachbarschaft stammenden Beilen erhöht sich die Anzahl der in Ober-
baden gefundenen Stücke auf fünf. Über die Herkunft dieser Beile wurde in
dieser Zeitschrift schon wiederholt gesprochen (s. o.) Fest steht die lokale Fa-
brikation unter Verwendung einer westeuropäischen Anregung (vgl. Verbrei-
tungskarte in Jahrb. Schweiz. Ges. Urgesch. 40, 1949/50, 144, Karte 7). Mög-
licherweise hat die Werkstatt dieser Beile, die auch die Schweiz bis zum Wallis
und den Hochrhein bis zum Bodensee beliefert hat, in der Nähe des Isteiner
Klotzes gelegen, dessen Jaspisvorkommen im Bergwerksbetrieb ausgebeutet
worden sind (vgl. R. Lais, Die Höhle an der Kachelfluh bei Kleinkems, eine
Jaspisgrube der jüngeren Steinzeit (1948).
Mtbl. 152 Lörrach. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Kuhn, Kimmig)
Messelhausen (Tauberbischofsheim) „Grünsfelder Weg“.
1925 fand der Landwirt Zehnter unweit der Straße nach Zimmern nördlich des
Orts ein Steinbeil aus graugrünem, schiefrigen Gestein.
Mtbl. 20 Königshofen. — Verbleib: Heimatmuseum Tauberbischofsheim.
(Dauber)
 
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