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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0243

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Fundschau 1944—1948: Urnenfelderzeit

239

b) Im September wurden am „Pfaffenweg“ bei Anpflanzung von Spargelbeeten
(Acker Landwirt Fleck-Feudenheim) Scherben gefunden, die auf eine Sied-
lung hindeuten.
c) Im Oktober wurden auf der Düne am Nordufer des alten Neckarlaufes
(Acker Landwirt Schollmaier) bei der Anlage von Rübenlöchern Scherben ge-
funden, die auf ein zerstörtes Urnengrab hinweisen.
d) Im Oktober kamen an der gleichen Stelle, nur 50 m südlich (Acker Landwirt
Herrwerth aus Viernheim), Scherben einer randlosen Kegelhalsurne, sowie
Teile von Beigefäßen zum Vorschein. Offenbar größeres Urnenfeld.
Mtbl. 12 Sandhofen, 21 Mannheim. — Verbleib: Schloßmuseum Mannheim.
(Gember)
Merdingen (Freiburg) „Böschen“.
Die 1939/40 angeschnittene Fundstelle (vgl. Bad. Fundber. 17, 1941—1947, 305.
327) ergab auch im September 1944 Scherben der Urnenfelderzeit. Vorhanden
sind Stücke großer, außen gerauhter, innen geglätteter und geschlämmter Ge-
fäße, außerdem das Randstück eines kleinen Topfes. Bestimmbar ist ferner das
Randstück eines größeren Zylinderhalsgefäßes. Die Scherben sind braun und
mit Augit gemagert; anscheinend ältere Urnenfelderkultur (Hallstatt A).
Mtbl. 106 Eichstetten. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Kimmig)
Neckarzimmern (Mosbach), aus dem Neckar.
1933 förderte der Bagger des Neckarbauamtes nordwestlich des Ortes aus dem
Neckar bei km 86,600 aus etwa 0,7 m Tiefe eine große Lanzenspitze der jün-
geren Urnenfelderzeit mit abgerissener Tülle zu Tage, erh. L. 26,1 cm (Taf.
42, 6). Die Lanze gehört zur Gruppe der großen alpinen Lanzenspitzen vom
Typus München-Velem St. Vid (vgl. dazu Prähist. Zeitschr. 26, 1935, 70), deren
Auftreten soweit in Westen befremdend wirkt.
Mtbl. 34 Mosbach. — Verbleib: Heimatmuseum Mosbach. (Dauber, Kimmig)
öflingen, Ortsteil Brennet (Säckingen) „Nagelfluh“.
Im August 1944 traf man beim Bau von Behelfswohnungen für die Gemeinde
unterhalb des Rheintalbahnhofes auf eine Grube, die beim Fundamentbau zer-
stört worden war. Sie hatte einen Durchmesser von 2 m und lag 0,4 m unter
der Oberfläche. An Einschlüssen fanden sich: Holzkohle, Asche, zerschlagene
Rheingerölle und einige Scherben, darunter das Bodenstück eines dünnwan-
digen Schulterbechers rheinisch-schweizerischer Art.
Mtbl. 166 Säckingen. — Verbleib: Heimatmuseum Säckingen. (Em. Gersbach)
Rinschheim (Buchen), Ortsetter.
1921 wurden bei Straßenbauarbeiten am Ortsrand eine Bronzenadel mit drei
gegliedertem Kopf und Schaft, sowie ein vierkantiger Armring gefunden (Abb.
24, 1—2). Über die Fundumstände ist nichts Genaueres zu Anden, wahrscheinlich
handelt es sich um den Rest eines unerkannt gebliebenen Grabfundes vom Be-
ginn der älteren Urnenfelderzeit (Hallstatt A). Nicht uninteressant ist die Na-
del, die F. Holste nach ihrer vorwiegend untermainischen Verbreitung als
„Mainzer Nadel“ bezeichnet hat (Bayr. Vorgesch. Bl. 13, 1936, 4 ff. mit Abb.),
die jedoch in der Art ihrer Profllierung auf eine östliche Anregung zurück-
gehen wird.
Mtbl. 18 Walldürn. — Verbleib: Heimatmuseum Buchen . (Dauber, Kimmig)
 
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