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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0251

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Fundschau 1944—1948: Hallstattzeit

247

1. Wulstring (Abb. 25, 2), Dm. 7,5 cm, lichte W. 2,2 cm; Di. 2,5 zu, 2,7 cm, dem-
nach fast kreisrund. Der Ring besteht aus einem Kern festgebrannten, schwarz-
grauen Tones, über den eine 1 mm dicke, nahtlose, aber mehrfach gesprungene
Bronzehaut gezogen ist. Kern und Bronzehaut sind überall fest miteinander
verbunden. Auf der Außenseite vier Gruppen von je fünf bis sieben schmalen,
senkrechten Riefen. Gewicht heute 169 gr, ursprünglich 200—210 gr. — 2. Arm-
ring aus Bronze (Abb. 25, 3), offen, massiv, oval bis D-förmig. Reste feiner
Strichverzierungen: an den Enden je acht senkrechte Linien, außerdem in ziem-
lich gleichen Abständen dreimal je zwei senkrechte Liniengruppen, dazwischen
ein Fischgrätenmotiv. Fast unbeschädigt, Gewicht 34 gr.
Über einen Tonkern gegossene Wulstringe gehören offenbar überwiegend der
mittleren bis späten Hallstattzeit an. Hauptfundgebiet scheint Bayern zu sein.
Im östlichen Teil des Verbreitungsgebietes sind Kreisaugen als Verzierung sehr
beliebt, im Westen herrscht mehr lineare Verzierung vor. Die Technik des
Hohlgusses ist bereits in der jüngeren Urnenfelderzeit vorgebildet, wo etwa
im Pfahlbaugebiet der Westschweiz die großen sogenannten Bombennadeln
ebenfalls hohle, mit Ton gefüllte Köpfe besitzen (vgl. z. B. V. Groß, Protohel-
vetes, Taf. 21). Bei dem Gamburger Ring ist besonders das Fehlen der eiser-
nen Gußstifte bemerkenswert, die sonst meist zu beobachten sind. Zur Guß-
technik selbst vgl. die Bemerkungen von E. Simek (s. u.). Der Gamburger Ring
gehört offenbar zu den kleinsten Exemplaren dieser Gattung. Die Verwendung
solcher Ringe ist unbekannt, jedoch spricht einiges dafür, daß es sich um Wa-
gengerät gehandelt hat. Als Schmuckringe scheiden sie schon wegen ihres Ge-
wichts aus. Man vgl. vor allem E. Simek, Die prähistorischen Bronzehohlringe
(Wien. Prähist. Zeitschr. 4, 1917, 69 ff.).
Mbtl. 9 Tauberbischofsheim. — Verbleib: z. Zt. Frau Prof. Buscher, Düsseldorf.
(Wahle, Kimmig)

Gochsheim (Bruchsal) „Auf der Warth“.
800 m nordöstlich vom Ort fand der Landwirt Riedinger 1915 ein 9 cm hohes
Töpfchen der Hallstattzeit. Einzelheiten über die Fundumstände waren nicht
mehr zu ermitteln.
Mtbl. 47 Odenheim. — Verbleib: z. Zt. beim Finder. (Dauber)


Abb. 26. Herbolzheim (Emmendingen). Einzelfunde.
MfU. Freiburg. — Maßstab: 1 : 2
 
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