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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0285

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Fundschau 1944—1S48: Alamannisch-fränkische Zeit

231

Berg (vgl. Bad. Fundber. 13, 1937, 115 f.), von dem ein ähnlich weißer Mörtel
erwähnt wird.
Die Verwendung von Altmaterial aus einem römischen Gebäude sichert ein-
deutig die nachrömische, also alamannische Zeitstellung der drei Gräber, ins-
besondere auch von Grab 1, dessen Datierung und Zugehörigkeit zu den beiden
anderen Gräbern infolge der ungewöhnlichen Orientierung des Skeletts und
der hallstattzeitlichen Beigaben (s. o.) zuerst fraglich erscheinen konnte. In-
dessen finden sich zu allen Besonderheiten Parallelen in alamannischen Grä-
bern, z. B. das Abdecken des Leichnams mit Brettern und Beschweren der
Bretter, s. o. Grab 1. Die ungewöhnliche, ost-westliche Richtung des Skeletts
kommt nach freundlicher Auskunft von F. Garscha bei alamannischen Gräbern
Oberbadens verschiedentlich vor und ist damit zu erklären, daß der Tote in ein
Leintuch eingewickelt war, so daß die Leichenträger beim Herablassen des
Leichnams in die Grabgrube den Kopf nicht sahen und dadurch Irrtümer
möglich waren.
Ebenso sind vorgeschichtliche und römische Schmuckstücke in alamannischen
Gräbern öfters vertreten, vgl. W. Veeck, a. a. O. 54 und mit einschränkenden
Ergänzungen 348. Zu den Lignitarmringen s. u. „Hallstattzeit“. Zeitstellung
7. Jahrhundert.
Mtbl. 116 Ehrenstetten. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Wangart)
Bretten (Karlsruhe).
Die Inventarisation des Heimatmuseums Bretten für den Landeskatalog ergab
zwei bisher unveröffentlichte Fundstellen von Reihengräbern. Damit sind auf
der Gemarkung Bretten drei getrennte Reihenfriedhöfe gesichert. Obwohl die
archäologische Ausbeute dürftig ist, kommt ihnen besondere Bedeutung
zu, da ihre Lage auf der Gemarkung ein einprägsames Beispiel bietet für das
Zusammenwachsen eines heutigen Ortes aus mehreren, frühen Sippensied-
lungen.
Die Urmark Bretten (4590 ha) legt sich quer über das Saalbachtal und um-
greift die seitlichen Zuflüsse von Wasserscheide zu Wasserscheide (dazu
Karte). Aus ihrer Fläche wurden schon früh die Gemarkungen Diedels-
heim (766 Ditinesheim), Rinklingen (769 Richilincheim) und Gölshausen (806
Geltolfeshusen) und im frühen Mittelalter die durch Ortsnamen der Rodungs-
zeit gekennzeichneten Gemarkungen Ruit (1244 Riuth) und Sprantal (1261
Spranctal) herausgeschnitten (vgl. A. Krieger, Topogr. Wörterbuch von Ba-
den 1 (1904) und 2 (1905).
In der Saalbachniederung selbst trennt das Gewässernetz wiederum drei Sip-
pensiedlungen, auf deren Zusammenwachsen im heutigen Ort Bretten andeu-
tungsweise schon F. Metz aufmerksam machte (vgl. Der Kraichgau (1922) 82
und Abb. 1). Diese Anschauung kann jetzt durch die Zuweisung der drei
Reihengräberfundstellen sicher belegt werden.
Lage der drei Siedlungen:
1. Nördlich der Saalbach: Bretten (766 „in Breteheimer marca“). — Reihen-
gräber: Beim Bau der Kläranlage für das Krankenhaus beim Gottesackertor,
am Nordwestrand der Stadt, wurden 1924 in 3 m Tiefe, noch 1,65 m tief unter
dem Fundament der ehemaligen Stadtmauer, zwei Gräber geborgen, von
denen das ei-ne einen Schildbuckel enthielt.
 
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