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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0313

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Der Panzergraben Norsingen—Munzingen

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Lehmschicht und verliert sich im hellen Löß. Die Brunneneinfüllung bestand aus
gley-artig verändertem, fleckig-rotbraunem, stark sandigen Löß. Keine Funde.
Zeitstellung wahrscheinlich römisch.
17. Östlich des Zwetschgengartens, in der Nähe des Brunnens, wurden in 2,4 m Tiefe
vorrömische (wahrscheinlich Urnenfelder-Hallstatt) Scherben, etwas höher in
2,2 m Tiefe mehrere Terra-Sigillata-Scherben, darunter mittelgallische Sigillata
gefunden.
18. 7 m nördlich des Brunnens (1) in der Westwand des P-Grabens dunkle gruben-
artige Verfärbung, noch 0,4 m in den hellen Löß reichend. Im Anschnitt keine
Funde.
19. 10 m südöstlich des Brunnens (1) in 2 m Tiefe mehrere Bodenstücke eines römi-
schen Topfes unbekannter Zeitstellung.
20. 27 m südwestlich Knick 1 und 41 m nordwestlich vom Bahndammfuß, dort wo
der P-Graben parallel zur Bahnlinie nach Süden abzweigt, etwa 13 m südöstlich
des Brunnens (1) wurde in 2,3 m Tiefe, an der Grenze zwischen gelbem gefleck-
tem Lehm und graugelbem Löß eine Feuerstelle zerstört. Sie bestand aus einer
quadratischen Setzung von Kalksteinbrocken (Maße fehlen), zwischen denen
zerstreut Holzkohle lag. Darauf eine Anzahl Scherben, darunter das Randstück
einer Kragenschüssel, im Bruch braun, außen durch Brennen in reduzierendem
Feuer geschwärzt, mit wenig nach unten hängendem Kragen; ähnlich P. Re-
vellio, Der Obergerman.-Rät. Limes Abt. B Nr. 62 a: Kastell Hüfingen (1937) Taf.
18, 91. Mitte 1. — frühes 2. Jhdt. — Ferner mehrere Bruchstücke einer Sigil-
lataschüssel Drag. 29; H. 9,5 cm; Mündungsdm. ca. 24 cm, dunkelrot, wenig glän-
zend (Abb. 36, b 3). Unter dem Rand drei Reihen feiner, durch Rädchen einge-
drückter Kerben. Oberer Streifen: oben und unten durch Perlstab einge-
faßte fortlaufende Ranke mit sternartigen Rosetten und sechsteiligen palmetten-
ähnlichen Blättern, annähernd gleich E. Ritterling, Kastell Hofheim (Annalen
d. Ver. f. Nass. Altertumskde. 40, 1912) Taf. 24, 6. Unterer Streifen: Oben von
Perlstab, unten von feiner Zickzacklinie eingefaßtes Metopenmuster von abwech-
selnden Gruppen von feinen senkrechten Zickzacklinien und Kranzmedaillons
mit Sternrosetten und kleinen Sternen in den vier Ecken. Zur Sternrosette vgl.
R. Knorr, Töpfer und Fabriken verzierter Terra Sigillata des 1. Jhdts. (1919)
Taf. 42 N (aus Bonn); 13 M (aus Mainz) mit dem Stempel OFBASSICO; Ritter-
ling a. a. O. Taf. 25, 1. Rosette im Kranzmedaillon vgl. R. Knorr, Jahrb. hist.
Ver. Dillingen 25, 1912, 346, Taf. 8, 4 mit verletztem Stempel der Werkstatt des
Bassus und Coelus. Die Schüssel steht der Werkstatt des Bassus und Coelus in
La Graufesenque nahe und ist um die Mitte des 1. Jhdts. anzusetzen.
21. 2 m südlich der Feuerstelle (wohl verschleppt) ein besenstrichverzierter Scher-
ben und Eisenreste. Bei der unter den Funden erwähnten „Steinkugel“ handelt
es sich um einen Klopfstein. Unter der Feuerstelle wurde eine Lage aus gelben
Steinen, auch „Backsteinen“ (römische Ziegel?) beobachtet.
22. 15 m südlich des Brunnens (1) in 2 m Tiefe Randstück einer Kragenschüssel;
brauner, grob gemagerter Ton. Der waagrechte Kragen ist schmal, ähnlich Re-
vellio, Hüfingen a. a. O. Taf. 18, 81. — 2. Hälfte 1. Jhdt.
23. 65 m nördlich von Brunnen (1) nahe der Ostwand des P-Grabens trichterförmig
sich bis zur Grabensohle herabziehende Verfärbung. Untersuchung ergab den
Rest (Unterteil) eines weiteren Brunnens (2), dessen höhere Lagen schon heraus-
gerissen waren. Innendm. 0,8—0,9 m. Dm. der Baugrube 2,2 m. Trockenmauer-
werk. Im Innern lag, etwa 2,8 m tief, eine große Kalksteinplatte und ein Eisen-
nagel. In 3,1 m Tiefe, hart an der Außenwandung, ein grauer Scherben, der
römisch wie mittelalterlich sein kann. Brunnenstube nicht erreicht. Gesamttiefe
wohl mindestens 4 m.
24. Dicht bei Brunnen (2) in 2,5 m Tiefe ein römisches, nicht näher datierbares Am-
phorenrandstück.
25. 2,5 m südlich von Brunnen (2) in 1,5 m Tiefe ein kleiner grauer mittelalterlicher
Scherben.
26. 6 m nördlich von Brunnen (2) in 1,5 m Tiefe mehrere Steine und Ziegelbrocken.
Zeitstellung ungewiß.
27. 25—27 m südlich Knick 1 fanden sich in 2,3 m Tiefe römische Scherben von min-
destens drei Gefäßen, darunter Teile einer gelbbraunen Schüssel mit Wulstrand,
 
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