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Burgruine Lützelhardt bei Seelbach, Ldkrs. Lahr

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14. Ein dünnwandiges Kupferschüsselchen in der Größe den Öllämpchen ähnlich.
15. Mantelschließe aus zwei übereckgestellten Vierecken mit Rundenden, die Vorder-
seite durch Punkt- und Viereckornamente geziert, auf der Rückseite geometrisches
Flächenmuster. In der Mitte ist eine achteckige Aussparung. Material: Zinn, viel-
leicht ursprünglich mit edlerem Metall überzogen (Taf. 11, 2).
16. Glasschüsselchen aus dunklem Material. Man glaubt noch die Herstellungsart zu
erkennen. Die noch glühende Glaskugel wurde in eine Form gepreßt, dadurch in
doppelter Schicht übereinandergelegt, wie im Querbruch gut zu sehen ist.
17. Verschiedene Stücke eines Nuppenbechers und andere Bruchstücke von Glasgefäßen.
Bei der frühgotischen Fenstergruppe wurden noch Reste der Bleiverglasung fest-
gestellt* 16).
18. Bergkristall ohne Fassung, Größe etwa 2 cm, hochgewölbt mit ausgeschliffenen
konkaven Flächen (Taf. 11, 8).
19. Stangenlanze für Hieb und Stich, starke einfache Waffe. Fundort: Raum C, direkt
auf dem Felsbodcn mit Kalk bedeckt.
20. Abgebrochene Spitze einer romanischen Lanze von rundlichem Querschnitt und
schmaler Schneide.
21. Pfeilspitzen wurden im Umkreis der Burg mehrere Dutzend aufgelesen, darunter
viele Bolzen.
22. Von einem Pferdezaum ist das Mundstück erhalten, doch ohne die zweite hebel-
artige Stange (Stangenzaum). Die Stange ist scharfkantig gearbeitet, dünn ausge-
trieben, geknickt und geschwungen mit Öffnungen für die Riemen an beiden
Hebelarmen.
23. Die gefundenen Hufeisen haben die charakteristische Lochung, wobei durch jedes
Loch ein kleiner Bogen auf der Außenseite herausgetrieben wurde (Taf. 11, 13). Ein
sehr kleines Hufeisen läßt darauf schließen, daß Esel als Lasttiere wohl zum Wasser-
tragen verwendet wurden; denn ein Brunnen wurde nicht gefunden (Taf. 11, 14).
Solche Hufeisen wurden aus der Zeit vor 863 in Dorestadt gefunden16). In Mer-
dingen s. Bad. Fundber. 18, 1948—1950, Taf. 32, 17 aus der Zeit um 1100.
24. Von den Steigbügeln ist ein Stück ganz erhalten. Seine Entstehung aus einem Rund-
eisenstab in knappster Arbeitsweise ist offensichtlich. Außerdem wurde ein größeres
Bruchstück eines durchgearbeiteten Steigbügels gefunden.
25. Bruchstück eines Spörens mit abgebrochenem Stachel.
26. Einzig erhaltener Rest einer Rüstung ist eine kreisrunde Scheibe mit langem, brei-
tem Stift auf der Innenseite, mit dem sie zwischen Brust und Arm eingehenkt
wurde, um die Achselhöhle zu decken.

lo) Die Ortenau, Veröffentlichungen des Hist. Vereins für Mittelbaden, 21. Heft 1934, S. 522.
16) Outheidkundige Medeelingen 11, 1930, 78 Abb. 61-62.

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