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Fundschau 1949—1951: Jungsteinzeit

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Nach W. Deecke (Die mitteleuropäischen Silices nach Vorkommen, Eigenschaften und
Verwendung in der Prähistorie 1933) handelt es sich um eine Patina, die bei den tief-
schwarz gefärbten Exemplaren auf Einwirkungen gelartiger humoser Lösungen im
Wasser zurückzuführen ist. In der Tat kommt bei rezenten Ausbrüchen unter einer
kräftigen schwarzen Rinde der braune Kern zum Vorschein; bisweilen sind die Geräte
auch partiell weniger intensiv imprägniert, so daß die braune Kernsubstanz durchschim-
mern kann, oder die Humatimprägnation hat erst die eine Seite ergriffen, während die
andere lediglich rostrot angehaucht erscheint. Auch diese rostrote Verfärbung der ufer-
nahen Silices ist auf einen starken Eisengehalt des Seewassers zurückzuführen.
2. Wallhausen 1 B, „Mündung des westlichen Krebsgraben“.
Eine Pfählung ist an dieser Stelle nicht vorhanden oder nicht sichtbar. Hier wurde an
der Oberfläche zahlreiches Silexgerät aus hellbraunem-rostrotem Jurahornstein und
grünem und rotem Radiolarit gefunden, dagegen keine Steinbeile und keine Keramik.
F u n d e : 1. Zahlreiche Klingen verschiedener Art und Größe. — 2. Wenige Kratzer. —
3. Eine Pfeilspitze.
3. Wallhausen 2, „Beim oberen Krebsgraben“.
Strand zwischen Klaußenhorn und oberem Krebsgraben. Eine Pfählung ist nicht sicht-
bar, wohl durch Frost bei Niederwasser zerstört. Auf einer Fläche von ca. 200 m Länge
und 40 m Breite wurden an der Oberfläche fünf Steinbeile und zahlreiches Silexmaterial
geborgen. Seewärts davor erstreckt sich eine Uferbarre aus Geröll mit massenhaft aus-
schließlich schwarz patiniertem Steingerät. Es handelt sich hierbei um die von E.Tröltsch
(Die Pfahlbauten des Bodenseegebietes, 1902, 218) mit „Feuersteininsel“ bezeichnete
Stelle seines Pfahlbaues Wallhausen, dem unsere Fundstellen 1 B, 2 und 2 B entsprechen
dürften. Keine Keramik.
Funde: 1. Zahlreiche Klingen, Rund-, Segment-, Klingen- und Kernkratzer (Taf. 12;
B 1. 3—5. 8). — 2. Dickenbännlispitzen, ein Bohrer (Taf. 12, B 2). — 3. Pfeilspitzen mit
gerader und eingezogener Basis, randlich und flächig gemuschelt (Taf. 12, B 6—7).
Material: Überwiegend gelblicher, in Ufernähe rostbraun, weiter seewärts schwarz
patinierter Weißjurahornstein des Randen und Klettgaus, seltener brauner und grüner
Radiolarit und honiggelber Silex.
4. Wallhausen 2 B.
Pfählung zwischen oberem und unterem Krebsgraben. Das Pfahlmaterial ist durch
Frosteinwirkung weitgehend zerstört. An der Oberfläche wenig zahlreiches, braunes
Silexmaterial, meist Absplisse.
Mtbl. 148/8220 Überlingen. — Verbleib: z. Z. Dingelsdorf. (Schiele, Beck, Eg. Gersbach)
B) Steinbeile
Altenheim (Kehl) „Himmerich“.
Auf dem Grundstück des Ernst Huck soll zwischen 1900 und 1910 ein dunkles „zungen-
förmiges“ Steinbeilchen gefunden worden sein. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges ist es
verschwunden.
Mtbl. 80/7512 Altenheim.
9*

(Kappus)
 
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