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Fundschau 1949—1951: Urnenfelderzeit

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Abb. 14. Külsheim (Tauberbischofsheim). Urnenfelderzeitl. Fußschale aus einem Brandgrab.
M etwa 1 : 2.

Alle drei Gruben waren rundlich-oval, ihre Tiefe betrug zwischen 1 m und 1,4 m. Im
Aufbau waren sie deutlich horizontiert, scherbenreiche Zonen wechselten mit solchen
aus Lehm oder massierter Holzkohle. Letztere muß teilweise in glühendem Zustand
in die Gruben gelangt sein, da die in ihrem Bereich angetroffenen Scherben starke
Brandspuren aufwiesen. Unter der sonstigen Füllmasse fanden sich Tierknochen, Mu-
scheln, Mahlsteine und Lehmbewurfstücke. Der Charakter der Gruben blieb unklar,
eine größere Ansiedlung an dieser Stelle darf vermutet werden.
Was die Zeitstellung der in ihrem Inhalt sehr einheitlichen Gruben anbelangt, so ge-
hören sie allgemein gesprochen der frühen Urnenfelderkultur an. Eine genauere Ana-
lyse im Sinne der in den Bad. Fundber. 18, 1948—1950, 80 ff. vorgetragenen Ansichten
zeigt jedoch, daß es sich wieder um Komplexe handelt, in denen das bronzezeitliche
Erbe neben dem gerade aufkommenden Urnenfeldereinfluß noch besonders stark sicht-
bar ist. Das zeigt vor allem ein Blick auf die Siedlungsware der Hügelgräberbronzezeit
im nördlichen Oberrheintal (vgl. dazu V. Toepfer in Mainz. Zeitschr. 23, 1938, 68 ff.;
H. Müller-Karpe in Germania 26, 1942, 103 ff. oder neuerdings auch K. Fr. Hormuth
s. S. 45), wenn auch die dort vorgelegte Tonware im allgemeinen einen noch etwas
älteren Eindruck macht. Immerhin können weich ausgelegte oder horizontal abge-
strichene Ränder vor allem bei der gröberen Ware (Taf. 22—24), Aufrauhung der
Außenseite, die gelegentlich gegen den glatten Oberteil abgesetzt wird (Taf. 22, 17),
Tupfenleisten, aber auch allgemein die Profilierung besonders der größeren Gefäße nur

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