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Fundschau 1949—1951: Hallstattzeit

dieser Zeitstufe, den man eigentlich nur mit der Abwanderung der Kelten zusammen-
bringen kann, ist hier schon mehrfach hingewiesen worden.
Nur kurz hingewiesen werden soll noch auf die „Bemerkungen zu süddeutschem Hall-
stattglas“ (W. Dehn in Germania 29, 1951, 25), wo eine Glasscherbe vom Ipf bei
Bopfingen, sowie das umstrittene Glasfläschchen aus dem sog. Römerhügel bei Pflug-
felden in ihre größeren Zusammenhänge eingeordnet werden, auf die Vorlage der
Textilien aus Süddeutschlands größtem Hallstatthügel, dem „Hohmichele“ bei Hunder-
singen (G. Riek in Germania 31, 1952, 30 ff.), dessen Gesamtpublikation durch den
gleichen Verfasser in Vorbereitung ist, schließlich auf die Ausgrabungsbefunde von 42
bayrischen Hallstattgrabhügeln (W. Krämer in Bayr. Vorgesch. Bl. 18/19, 1952, 152 fit.)
mit interessanten Holzkammereinbauten und Ringgräbern. Die ungewöhnlich reichen
Funde vor allem von Mindelheim sind dabei besonders zu beachten. W. K.

Geisingen (Donaueschingen), Ortsetter.
Neben zwei Brandgräbern (s. unter „Urnenfelderzeit“) beim Neubau Acker wurde 1950
ein Skelettgrab geborgen. Es ist von West (Kopfende) nach Ost orientiert, Körper ge-
dreht, auf der linken Seite liegend, Arme übereinandergeschlagen. Es war von Kalk-
steinbrocken überdeckt. Keine Beigaben.
Mtbl. 121/8017 Geisingen. — Verbleib: F. F. Slg. Donaueschingen. (Salm, Kimmig)
Gerlachsheim (Tauberbischofsheim) „Hühnerberg“.
0,5 km westlich (s. unter „Jungsteinzeit, A) Siedlungen“) schnitten Ausschachtungs-
arbeiten für eine Siedlung an mehreren Stellen schwarze Gruben an, aus denen von
Studienrat Stang und Forstwart Lutz Scherben der Hallstattzeit geborgen wurden. —
Grube 1: 6m Länge, 0,9 m Tiefe, wenige Scherben.
Grube 2: 12m lang, 6,5 m breit, 1,35 m tief, Scherben, Hüttenlehm, ein Spinn-
wirtel, Tierknochen, bearbeitete Hirschgeweihsprosse.
Grube 3 : Abfallgrube von 0,5 m Dm, Scherben („Kalenderbergware“) (Abb. 17,
C 1—4), umgebörtelter Rand eines Bronzeblechgefäßes (Abb. 17, C 5) (5034).
Mtbl. 20/6424 Königshofen. — Verbleib: Heimatmuseum Tauberbischofsheim. (Dauber)
Güttingen (Konstanz).
In unmittelbarer Nähe der Straßenkreuzung Güttingen—Stahringen mit der Bundes-
straße Radolfzell—Stockach stießen Arbeiter 1951 100 m nordwestlich des Alamannen-
friedhofs beim Bau der Tankstelle Stocker auf eine mächtige Steinsetzung, die teilweise
zerstört wurde. Dem Eingreifen des Kreispflegers Beck-Konstanz ist es zu danken, daß
wesentliche Funde geborgen werden konnten.
Die Fundumstände sind leider nicht mehr klar zu übersehen; es fehlen z. B. Beweise
für einen verschleiften Grabhügel. Mit Sicherheit liegt der Teil einer etwa 2,5 m breiten
blocksteinumstellten Grabkammer vor, in welcher der Großteil der Funde angetroffen
 
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