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Fundschau 1949—1951: Hallstattzeit

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wurde. Skelettreste waren gering, ein Oberarmknochen mit einem halben Lignitring
lag noch in situ. Ob diese genau Nord-Süd orientierte Steinsetzung bis zu einem 6 m
von der nördlichen Breitseite entfernten größeren Steinblock reichte, dieser also un-
mittelbar mit zum Grab gehörte, ist ungewiß. Sind doch die geborgenen Funde in
ihrem Bestand so einheitlich, daß man nur ungern mehrere Gräber annehmen möchte.
Immerhin erwähnt Beck, daß unter dem Steinblock Teile von drei Gefäßen, darunter
Taf. 29, 4—5, gelegen hätten und daß man hier ein „Kindergrab“ annehmen könnte.
Bei einer Breite von 2,5 m kann die Grabkammer jedoch ohne weiteres 6 m lang
gewesen sein, womit der in der Richtung des Grabes liegende Steinblock mit zur
Anlage gehören würde. Die Grabsohle lag durchschnittlich 0,9 m unter Niveau, auch
dies ein Zeichen dafür, daß wir es wohl mit einem Flachgrab zu tun haben. Die kerami-
schen Beigaben befanden sich, soweit noch in situ, in der Nordwestecke, das Skelett lag
anscheinend im Nordteil des Grabes. Um die Skelettreste verteilt lagen die noch erhalte-
nen spärlichen Bronzebeigaben, etwa in Körpermitte auch ein großer Tierknochen
(Hammel ?), der nur von einer Fleischbeigabe stammen kann.
Funde: Aus dem oben beschriebenen Grabungskomplex stammen zwölf Gefäße, die
hier als wohl zu einem Grab gehörig gemeinsam besprochen werden.
1. Weitbauchige, geschweifte Halsfeldurne, Oberteil graphitiert, sonst dunkel ge-
schmaucht, auf Schulter Rillenband, darunter umlaufendes Band hängender gefüllter
Winkel, H. 35 cm (Taf. 28, 1). — 2. Im Innern des Gefäßes kleines, steilwandiges
Schälchen mit leicht ausbiegendem Rand und Bodendelle, innen und außen (nur Rand-
teil) graphitiert, H. 4,2 cm (Taf. 28, 2). — 3. Große Halsfeldurne, straffer wie 1, Ober-
teil graphitiert, sonst dunkel geschmaucht, metopierte Schulterzier aus rädchengesäum-
ten Riefen, H. 36,2 cm (Taf. 28, 4). — 4. Im Innern des Gefäßes kleines, steilwandiges
Schälchen, im Typ wie 2, jedoch mit kräftig profiliertem Boden, beidseitig graphitiert,
H. 4,8 cm (Taf. 28, 5). — 5. Geschweifter Bombentopf mit reichem Schulterdekor:
Kreisstempelverzierte Rhomben, in den oberen Zwickeln Zonen aus Dreieckstempeln
und Sparren, Oberteil rot gefärbt, Rand und Teile des Dekors graphitiert, H. 14,4 cm
(Taf. 29, 9). — 6. Geschweifter Bombentopf, Außenseite großenteils graphitiert, sonst
dunkel, H. 12,6 cm (Taf. 29, 8). — 7. Kleiner Bombentopf mit kräftig gedelltem
Boden, grau, H. 8,4 cm (Taf. 29, 1). — 8. Kleiner Bombentopf ähnlicher Form, außen
rot gefärbt mit radialen Graphitstreifen, erh. H. 8,8 cm (Taf. 29, 2). — 9. Konische
Schale mit weich ausbiegendem Rand und stark gedelltem Boden, innen rot gefärbt
mit Graphitwinkelzier, H. 7,6 cm, Dm. 22,8 cm (Taf. 29, 6). — 10. Geschweiftes Schäl-
chen mit scharfer Randkante, innen rot gefärbt mit radialen Graphitstreifen (nach Beck
zum Kindergrab), erh. H. 4 cm, Dm. 14,8 cm (Taf. 29,7). — 11. Geschweifter kleiner
Topf mit S-förmig ausbiegendem Rand, dunkel (nach Beck Kindergrab), H. 9,9 cm
(Taf. 29, 5). — 12. Grobes, rötlich gefärbtes Töpfchen mit gewelltem Rand und Stich-
reihe unter dem Rand, H. 10,4 cm (Taf. 29, 4).
Zum Körperschmuck des Toten gehören:
1- Lignitarmring, gr. Dm. 8,5 cm (Taf. 28, 3). — 2. Halber Lignitarmring, Querschnitt
breit D-förmig, Dm. 6,8 cm (Taf. 29, 3). — 3. Rundstabiger, offener Bronzering, für
Armring fast zu klein, Dm. 3,8 cm (Taf. 29, 10). — 4. Rundstabiger, offener Bronze-

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