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Fundschau 1949—1951: Alamannisch-fränkische Zeit

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Weingarten (Karlsruhe) „Heidengasse“.
Im Gewann „Heidengasse“, von wo schon früher Skelettfunde bekannt sind (vgl. Bad.
Fundber. 14, 1938, 31) fand Landwirt Kreuzinger bei Anlage einer Rübengrube 1951
ein fränkisches Grab.
Funde: Doppelkonischer Topf, schwarz, H. 8 cm, Dm. 12,5 cm.
Hauptlehrer Michaelis, der sich um die Meldung des Fundes verdient machte, legte noch
sieben Perlen vor, die früher auf dem Grundstück gefunden worden waren.
Mtbl. 52/6917 Weingarten. — Verbleib: Archiv Landesdenkmalamt Karlsruhe.
(Dauber)
Welmlingen (Lörrach) „Kirchberg“.
1949 stieß man beim Pflügen auf Kalksteinplatten, die aus Unkenntnis über ihre
Bedeutung teilweise herausgerissen wurden. Die Untersuchung ergab dann, daß es sich
um ein von West nach Ost gerichtetes alamannisches Grab mit Einfassung und Ab-
deckung aus Kalksteinplatten gehandelt hat. Skelettreste eines Erwachsenen waren nur
noch spärlich vorhanden, Beigaben fehlten.
Mtbl. 152/8311 Lörrach. (Unser)

Wieblingen (Heidelberg) „Leimenloch“.
Beim Tieferlegen des Kellerbodens in dem in Bau befindlichen Haus W. Müller (Lgb.
Nr. 31 889/99) wurden 1950 menschliche Knochen entdeckt, die cand. phil. H. J. Müller
untersuchte. Es handelt sich um vier Reihengräber des späten 7. Jhdts.
Grab 1 : Tiefe 1,2 m, Grabgrube teilweise sichtbar, Erhaltung gut; wahrscheinlich
Männergrab. Orientierung: südwest-nordost.
Beigaben: 1. Auf der Brust, rechts der Wirbelsäule zwei Eisenniete mit Bronze-
blechüberzug von 1,5 cm Dm. — 2. Linke Beckenhälfte fünf Eisenteile (Riemen-
beschlag?) 2—6 cm lang, 5,5 cm breit. — Drei kleinere Eisenteile.
Grab 2: Tiefe 1,3 m. Erhaltung mäßig; wahrscheinlich Frauengrab. Orientierung
südwest-nordost. Keine Beigaben.
Grab 3 : Tiefe 1,25 m. Bei Bauarbeiten bis auf den Schädel zerstört. Grabgrube
teilweise erkennbar; Männergrab.
Beigaben: 1. Beim Kopf Eisenpfeilspitze mit rautenförmigem Blatt. L. 10,7 cm. —
2. Drei rundstabige Eisenteile unbekannter Bestimmung. — 3. Nachträglich aus dem
Aushub geborgen: Eisenpfeilspitze mit Dorn, L. 6 cm. — 4. Eisenpfeilspitze mit Wider-
haken, L. 7,7 cm. — 5. Reste eines zweiseitigen Beinkammes. — 6. Scherben einer
Henkelkanne mit Ausgußtülle.
Grab 4 : Tiefe 1,2 — 1,25 m. Grabgrube gut sichtbar. Skelett nur teilweise erhalten,
Orientierung: südwest-nordost. Männergrab.
Beigaben: 1. Einwärts des rechten Oberschenkels zwei Eisenteile. — 2. Einwärts
des rechten Ellenbogens ein Eisenteil. — 3. Ebenda ein kleines, dünnes Bronzeblech

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